Startup Funding

Funding bezeichnet die Finanzierung einer Geschäftsidee bzw. eines Startups. Dieses Funding kann an verschiedenen Zeitpunkten in der Unternehmensgeschichte stattfinden und hat somit unterschiedliche Bedeutungen für die Entwicklung des Unternehmens. Auch kann das Geld für das Funding aus einer Vielzahl von Quellen stammen, was das Thema noch um einiges komplexer gestaltet.


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Anteile für Geld

Im Allgemeinen erhalten die Investoren im Austausch für ihr Geld Anteile am entsprechenden Startup. Das hierbei verfolgte Ziel, ist das möglichst risikoarme und günstige Erhalten von Unternehmensanteilen, welche in Zukunft stark an Wert dazu gewinnen. Angestrebt ist ein anschließender Exit bei dem nach einigen Jahren die Unternehmensanteile mit einem möglichst hohen Gewinn veräußert werden.

 

Funding Phasen

Zunächst ist wichtig zu wissen, in welcher Phase sich das Funding suchende Startup befindet. Üblicherweise unterscheiden sich die angestrebten Summen für das Funding auch, je nachdem in welcher Phase sich das Startup befindet.

Das Pre-Seed Investment

Als Pre-Seed Investment wird ein Funding an einem sehr frühen Zeitpunkt der Unternehmensentwicklung bezeichnet. Oft besteht noch gar kein Unternehmen, oder es wird mit diesem Geld erst gegründet. Die Summen bewegen sich oft in einem niedrigen vierstelligen bis fünfstelligen Bereich.

Das Ziel für die Verwendung dieses Investments kann sich von Startup zu Startup unterscheiden. Meist ist das Geld für eine erste Marktforschung oder sogar schon für die Entwicklung eines ersten Prototyps gedacht. Außerdem sind die gewonnenen Mittel oft nur ausreichend für wenige Monate. Danach sind meist weitere Investitionen notwendig.

Das Risiko für den Investor ist in diesen Arten des Fundings besonders hoch. Aus diesem Grund sind besonders Family, Friends and Fools, so wie Business Angel für ein Investment in dieser Phase geeignet.

Das Seed Investment

Das Seed Investment stellt in der Existenz eines Startups oft das erste richtige Funding dar. Hierbei ist oft schon ein Prototyp entwickelt worden und ein erster Markteintritt hat bereits stattgefunden.

Das Ziel eines Fundings in dieser Phase ist meist die Festigung am Markt sowie die Weiterentwicklung des Prototyps zu einem vollwertigen Produkt. Außerdem wächst das Team und neben den Gründern werden häufig die ersten weiteren Mitarbeiter eingestellt. In den kommenden Monaten geht es darum das Unternehmen möglichst gut am Markt zu platzieren und ein hervorragendes Produkt zu entwickeln. Als Nächstes steht mit einer Series A Finanzierung das aggressive Wachstum an.

Auch in dieser Phase des Seed Investments ist das Risiko für den Investor äußerst hoch. Es kann noch nicht abgesehen werden, ob das Startup Erfolg haben wird oder nicht. Der komplette Verlust der für das Funding aufgebrachten Summe liegt im Bereich des möglichen.

Die Series A, B,C…

Nach den Seed-Phasen stehen mit den Series Investments die ersten Wachstumsfinanzierungen an. Das primäre Ziel dieser Phase ist das Wachstum des Marktanteils und des Unternehmens.

Das Funding wird oft für den Ausbau des Teams, so wie vermehrte Marketing-Aktivitäten aufgewendet. Aggressives Wachstum und Steigerung der Umsätze haben hier die höchste Priorität. Die Wertsteigerung des Startups ist für einen Investor in dieser Phase das Wichtigste und der erfolgreiche Exit wird immer realistischer und wichtiger.

Bei den Investmentsummen dreht es sich häufig um Zahlen im Bereich von mehreren hunderttausend bis zu einigen Millionen Euro.

Der Exit

Der Exit ist der Zeitpunkt auf den jeder Investor hinarbeitet. An diesem Punkt der Unternehmensentwicklung wird das Startup entweder verkauft, oder geht an die Börse. In den vergangenen Monaten und Jahren hat das Startup immer mehr an Wert dazu gewonnen und nun gilt es für Investoren und andere Anteilseigner den Gewinn einzufahren.

 

Investoren Typen und Geldquellen

Für die Beschaffung von einem Funding gibt es verschiedene Quellen und Investoren Typen. Diese unterscheiden sich meist je nach Phase des Startups und dem Finanzbedarf.

Die drei F – Family, Friends and Fools

Dieser Geldquelle kommt gerade in der Anfangsphase eine besondere Bedeutung zu. Oft sind herkömmliche Investoren in der sehr frühen Phase nicht an entsprechenden Investitionen interessiert und somit muss der Gründer sich nach einer Alternative umsehen. Dies ist oft die eigene Familie, Freunde und die scherzhaft mit „Idioten“ bezeichneten Menschen aus dem näheren Umfeld des Gründers. Sie springen häufig ein und legen für den erfolgreichen Start oft ihre eigenen Ersparnisse zusammen.

Der Angel Investor

Als Angel Investor, oder auch Business Angel, bezeichnet man oft erfolgreiche Menschen aus der Wirtschaft, welche mit ihrem Geld, Netzwerken und Erfahrungen jungen Unternehmen unter die Arme greifen. Besonders in den frühen Phasen des Startups sind diese Investoren regelrechte Engel und helfen mit einem Funding sehr weiter.

Business Angel sind häufig in entsprechenden Netzwerken organisiert und fördern meist gezielt Unternehmen in einer bestimmten Region oder wirtschaftlichen Ausrichtung. Außerdem gibt es spezielle Online-Portale wie AngelList, auf denen Business Angel und Startups gegenseitig näher gebracht werden.

Oft unterscheiden sich Angel von VCs auch in ihrer Risikobereitschaft. Die investierten Summen sind zwar meist geringer, jedoch sind Angel auch bereit ein höheres Risiko einzugehen.

Der VC – Das Venture Capital

VC wird üblicherweise als Abkürzung für Venture Capital (Wagniskapital), oder Venture Capitalist (dem Wagnis-Investor) verwendet. Hierbei handelt es sich um Einzelpersonen oder Unternehmen, welche das Ziel verfolgen möglichst erfolgreich in Startups zu investieren. Diese VCs erhoffen sich bei einem Exit einen hohen Gewinn, welcher wieder in neue Startups investiert werden kann.

Die meisten VCs verfügen über einen eigenen Fond, für den sie bei einer Vielzahl von Geldgebern selber Geld eingesammelt haben mit dem Versprechen dies zu vermehren. Somit ähneln sie z.B. Investmentfonds von Großbanken, jedoch ist die strategische Ausrichtung eine andere.

Der Inkubator (Incubator)

Inkubatoren werden gerne als die Brutkästen für Startups bezeichnet. Neben einer Anschubsfinanzierung werden hier meist Räumlichkeiten und weitere Unterstützungen geboten. Ausgeklügelte Mentoren-Programme und Serviceleistungen wie Accounting und Controlling gehören oft neben dem Funding ebenfalls zu der Betreuung.

Auch für das Konzept des Company Builders eignet sich der Ansatz des Inkubators hervorragend. Hierbei werden systematisch vielversprechende Ideen in einem kontrollierten Umfeld zu erfolgreichen Unternehmen aufgebaut.

Das Accelerator-Programm

Ein Accelerator-Programm ähnelt im Grunde dem Konzept eines Inkubators, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied. Das Programm findet in einem festen zeitlichen Rahmen von meist drei Monaten statt. In dieser Zeit erhält das Startup ein kleines Funding und durchläuft, zeitgleich zur Entwicklung des eigenen Produkts, ein intensives Schulungsprogramm.

Unterstützt von Mentoren und Coaches werden die Teams so perfekt auf ihre Aufgabe vorbereitet. Im Anschluss an das Programm sind die Startups optimal aufgestellt um von VCs weiteres Geld einzusammeln und weiter zu wachsen.

Außerdem gibt das Absolvieren eines Accelerator-Programms dem Startup ein besonderes Image, was für potenzielle Folgeinvestoren besonders interessant sein kann.

Tools für die Kapitalbeschaffung

Um von den vorgestellten Quellen Gelder oder Förderungen zu erhalten, bedarf es meist einiger kleiner Werkzeuge, welche im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Pitch Deck

Als Pitch Deck bezeichnet man Folien, welche bei der Präsentation der Geschäftsidee und des Unternehmens verwendet werden. Diese stellen in aller Kürze die Idee, den Markt, das Team, die Unternehmenssituation und den Finanzbedarf vor.

Oft wird das Pitch Deck auch von Investoren als erstes gesichtet und somit schon eine erste Vorauswahl für ein potenzielles Investment getätigt. Aus diesem Grund ist eine saubere und verständliche Darstellung aller Informationen von größter Bedeutung.

Business Plan

Der Business Plan stellt in einer ausführlichen Textform alle relevanten Informationen zu einem Unternehmen dar. Enthalten ist eine detaillierte Darstellung der Geschäftsidee, sämtliche unternehmensinterne Strukturen, Marktanalysen und entsprechende Marketingkonzepte sowie eine ausführliche Finanzkalkulation für die nächsten Jahre.

Die Erstellung eines aussagekräftigen Business Plans nimmt durchaus einige Zeit in Anspruch und endet nicht selten weit hinter der dreißigsten Seite. Da es sich hierbei um ein sehr umfangreiches Dokument handelt, wird es nur selten komplett gelesen. Aus diesem Grund empfehlen heute viele Investoren die Zeit sinnvoller zu nutzen und lieber das Produkt voran zu bringen, als einen kompletten Business Plan zu erstellen.

Oftmals reicht schon eine aussagekräftige Executive Summary oder ein gutes Pitch Deck aus, um einen potenziellen Investor aufmerksam zu machen.

Executive Summary

Auf der Suche nach Funding kann die Executive Summary von besonderer Bedeutung sein. Sie fasst in 2-4 Seiten kurz zusammen, wofür der Business Plan das Zehnfache an Seiten benötigt. Potenzielle Investoren nutzen die Executive Summary gerne um einen ersten Eindruck über das Startup zu gewinnen.

Cap Table

Cap Table steht für Capitalization Table oder Kapitalisierungstabelle. In einer solchen Tabelle werden alle Anteilsverteilungen und Fundings systematisch dargestellt. Dies bietet eine hervorragende Übersicht, aus der ersichtlich wird, wer wie viele Anteile an dem Startup innehat. Außerdem werden investierte Summen und die zugrundeliegende Unternehmensbewertungen ersichtlich.

 

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