Stipendiaten im Interview: TheVision

19. April 2017, 15:34 :: Accelerator | Allgemein | Startup

Autor: Ann-Kathrin Rudolf

Wir versorgen euch mit den neuesten Startups in unserem Haus: Unsere Stipendiaten des Accelerator-Programms Runde #12 im Interview.

Startup Name: TheVision: (vormals azubikom)

Team: Christopher Schauf

Ideenstart: Januar 2017

Standort: Düsseldorf

Die Idee in einem Satz: Wir übersetzen die Anforderungen von Unternehmen an ihre Bewerber in eine Sprache, die die Generation Z versteht und kommunizieren sie über die zielgruppenrelevanten Kanäle.

Ein produktiver Tag startet nicht ohne: Kaffee, ein Gary Vee-Video und coolen Instagram-Stories.

Meine drei Hashtags:  #ausbildung #genZ #SocialMedia

 

  1. Welches spezifisches Problem kannst du mit deiner Idee lösen? Gib uns einen Use Case?

Viele Unternehmen, besonders aus dem Mittelstand, KMUs, Familienunternehmen, sogar Hidden Champions, haben ein großes Problem, weil sie die heutigen Generationen, Y und Z, nicht verstehen und ihre „Sprache“ nicht sprechen.

Da setzen wir an. Wir gehen mit einem Unternehmen genau die Anforderungen durch, die sie an ihre Bewerber haben, welche Geschäftsprozesse sollen diese in ihrer Ausbildung durch laufen und welche Fähigkeiten & welche Kompetenzen müssen Bewerber mitbringen, damit sie zum Unternehmen passen. Und, ganz wichtig, wir definieren gemeinsam mit unseren Kunden, wofür das Unternehmen steht, worin es sich von Wettbewerbern unterscheidet. Ohne ein klares Profil ist es heute schwer, sich am Markt zu behaupten. Das gilt nicht nur für „klassisches“ Marketing.
Im 2. Schritt helfen wir dem Unternehmen beim Aufbau einer Arbeitgeber-Marke, indem wir die relevanten Kanäle bespielen, sprich Facebook, Instagram, Youtube, etc.. Dabei übernehmen wir auf Wunsch auch die Kreation & Produktion von Inhalten.

Und wenn es bei einem Unternehmen brennt, also sich kurzfristig nicht genügend oder nicht die passenden Bewerber gemeldet haben, dann planen und steuern wir auch Social Media-Kampagnen für unsere Kunden.

 

2. Was hast du vor der Gründung beruflich gemacht?

Erst mal habe ich selber eine Ausbildung gemacht, das ist ein großer Vorteil, weil ich den Prozess selber kennengelernt habe. Während meiner Ausbildung habe ich mein erstes Startup gegründet, was wir später verkauft haben und war danach im Hochschulmarketing und Schülermarketing tätig, mit dem Schwerpunkt auf Recruiting & Employer Branding. Aus dieser Zeit weiß ich, welche Bedürfnisse Unternehmen haben.

 

3. In welcher Situation kam der Geistesblitz für deine ursprüngliche Idee und dein Impuls, die Idee weiterzuentwickeln?

Die Idee für den Aufbau einer Plattform, auf der Jugendliche lernen herauszufinden, was ihre Stärken sind und was ihr Antrieb, ihr „Purpose“ ist und wie sie mit diesem Wissen den richtigen Beruf für sich finden, kam mir als ich selber nach meiner letzten Arbeit verunsichert war, was ich weiter tun soll. In dieser Zeit des Selbstzweifels hat mir ein Karriere-Coach weitergeholfen und ich habe mich gefragt, wieso wir dieses Wissen nicht zur Zielgruppe bringen, die es am nötigsten gebrauchen kann: Schüler und Jugendliche, die gerade entscheiden müssen, welchen Weg sie einschlagen.

Allerdings habe ich gemerkt, dass der Markt in Deutschland für so eine Plattform aktuell noch nicht bereit ist und dass es schwierig ist, mit dieser Lösung Geld zu verdienen. Jedenfalls ohne meine Verantwortung gegenüber den Nutzern, den Jugendlichen zu vernachlässigen.

Als mich ein Personalverantwortlicher gefragt hat, ob ich ihn beim Aufbau eines Social Media-Auftritts helfen kann, kam mir dann die Idee zu TheVision:!
Wieso nicht das Problem von der anderen Seite angehen und Unternehmen helfen besser zu kommunizieren, was sie bieten und was sie fordern?

Durch die Social Media-Kanäle von azubikom bekomme ich jeden Tag Nachrichten von Schülern, die nicht wissen, wie sie die richtige Ausbildung finden oder die sich fragen, woran sie das Unternehmen erkennen, das zu ihnen passt. Und auf der anderen Seite stehe ich in engen Kontakt zu Mittelständlern, die nicht wissen was die „Jungen Leute eigentlich wollen“. Diese Lücke zu schließen ist also sehr naheliegend für mich.

 

4. Mit welchen Herausforderungen warst du als erstes konfrontiert?

Die größte Herausforderung für mich war bisher zu erkennen, was ich will und was ich kann. Wenn man gründet oder sich selbstständig macht, dann kann man ALLES tun. Aber gleichzeitig ist genau das unmöglich. Man kann nicht jede coole Idee umsetzen oder jeder super Möglichkeit nachgehen. Wenn man erfolgreich sein will, dann braucht man Geduld und Fokus. Und mich hat es einige Zeit gekostet, diesen Fokus zu finden.

 

5. Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich dein Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?

Wie passend, dass wir gerade bei Fokus waren! Mein Konzept hat sich im Grunde nicht verändert, nur der Fokus verschoben. Während ich zu Beginn noch mit einer Plattform starten wollte, um damit alles „besser“ zu machen und dann nachgelagert profitabel zu werden, bietet TheVision: die Möglichkeit von Anfang an Geld zu verdienen und die notwendigen Grundlagen und Infrastrukturen für eine solche Plattform zu schaffen. Ich glaube, dass das Thema Ausbildung und Fachkräftemangel in den nächsten Jahren noch verstärkt Aufmerksamkeit erfahren wird und dann sind wir bereit.

 

6. Wie sieht dein nächster Meilenstein aus?

Da wir schon erste Anfragen von Unternehmen haben, ist unser Meilenstein weniger die Kundenakquise. Für mich ist der nächste Meilenstein die Einstellung eines ersten Team-Mitglieds, der TheVision: sinnvoll ergänzt.

 

7. Wenn du noch einmal von vorne anfangen könntest, gibt es irgendetwas, was du anders machen würdest?

Ich glaube nicht. Alle Erfahrungen die ich gemacht habe waren, auch wenn einige davon ziemlich schmerzhaft sind, wichtig für meine Entwicklung. Und ich will insbesondere keinen der großartigen und inspirierenden Menschen missen, die ich in den letzten Monaten kennengelernt habe.

 

8. Wie bist du auf den STARTPLATZ gekommen?

Seit meinem Sommer in Stockholm, wo ich die Räumlichkeiten im SUP46 (Anm.: größter CoWorking Space in Stockholm) nutzen durfte, bin ich begeistert von der Arbeitsatmosphäre in CoWorking Spaces. Wie schon Steve Jobs bei PIXAR betont hat; wenn man innovativ sein will, dann braucht man eine Umgebung, in der man spontan mit Menschen zusammentreffen kann, die aus völlig anderen Bereichen kommen. Und ich kenne keinen besseren Platz dafür als die Kaffeemaschine in einem CoWorking Space.

Und wenn man in Düsseldorf nach einem solchen sucht, kommt man ja kaum am Startplatz vorbei.

 

9. Was oder wer hat dir im STARTPLATZ am meisten bei der Umsetzung deiner Idee geholfen?

Ich denke die Summe an Kontakten und Gesprächen mit Gründern aus den unterschiedlichsten Branchen hat mir am meisten geholfen. Man bekommt einfach durchgehend andere Meinungen und hilfreiche Tipps als allen Richtungen.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn man sich jeden Tag auf dem Weg zum Büro über die großartige Lage freut ;)

 

10. Wie beurteilst du die Rheinische Startup-Szene und was wünschst du dir noch?

Aus meiner Sicht haben wir eine ziemlich gute Szene hier im Rheinland. Ich schätze besonders die Diversität der Gründer. Hier gibt es Plattformen, App-Entwickler, aber auch Teams, die einfach  mal ein agiles Architekturbüro gründen oder reine Online-Marketer. Und der Austausch zwischen all diesen unterschiedlichen Bereichen und Branchen finde ich sehr fruchtbar.

Was mir persönlich fehlt ist generell in der Startup-Szene die Akzeptanz für die duale Ausbildung. Du bekommst überall Extras als Student, so z.B. auch hier im Startplatz oder die EXIST-Förderung, die nur für Hochschulabsolventen ist. Was ist mit den Auszubildenden? Ich habe auch mein erstes Startup während meiner Ausbildung gegründet und die Erfahrungen aus der Praxis waren super hilfreich. Aber da bin ich auch schon in Gesprächen mit der IHK und dem DigiHub – Glücklicherweise sind letztere ja Nachbarn im Startplatz.

 

11. Wenn du Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntest, was wäre das?

Konzentriert euch auf eure Stärken, macht verstärkt das wo ihr besonders gut seid. Und sprecht so viel ihr könnt mit anderen über eure Ideen, über eure Produkte, nutzt die Netzwerke besonders am Anfang so intensiv wie möglich. Der Startplatz ist hier im Übrigen ein ausgezeichneter Knotenpunkt .

 

Das Accelerator-Programm: 

 

  1. Wie bist du auf das STARTPLATZ Accelerator-Programm gekommen?

Über persönliche Empfehlung von Carolin Gattermann.

 

2. Was sind deine ersten Learnings aus der Zeit als Stipendiat?

Fokus auf das Produkt/die Dienstleistung, die Geld einbringt, work smart and hard, Erfolg braucht Geduld.

 


Wenn auch ihr eine zündende Idee habt, die ihr als Startup umsetzen wollt, bewerbt euch jetzt hier bei uns für das STARTPLATZ Accelerator-Programm. Die nächste Runde startet ab dem 15.04.2017!

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