NeuStart – Steckbrief neuer Startups

20. September 2015, 10:46 :: Allgemein | Gründerstipendium | Memberinterview | Neue Startups | Social Business | Startup

Autor: Anika Lotter

Startup Name: curassist

Team: Thomas Müller

Ideenstart: 2013

Die Idee in 2-3 Sätzen: Wir möchten den Pflegekräften, die von den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit frustriert sind, die Möglichkeit geben, sich freiberuflich mit ihren Ideen zu verwirklichen. Außerdem ist es uns wichtig, Angehörigen professionelle Pflegekräfte an die Seite zu stellen, die nicht nur Ahnung von ihrem Fach haben, sondern auch mit ihnen im Team zusammen arbeiten und nicht wechseln, deshalb „Pflege, wie du sie dir wünscht!“

Der nächste Meilenstein: Die neue Plattform online stellen und erste Pfleger coachen.

Lieblings-Prokrastination: Familie und Musik

Darum der STARTPLATZ: praktische Lage

 

#Healthcare                            #Gesundheitsrecht                      #Pflege

 


Curassist Gründer Thomas Müller erzählt von seinen bisherigen Erfahrungen und wie sein bisheriges Leben die Geschäftsidee beeinflusst hat.

 

1. Kannst du curassist mit weniger als 50 Wörtern beschreiben?

[Thomas:] Wir möchten den Pflegekräften, die von den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit frustriert sind, die Möglichkeit geben, sich freiberuflich mit ihren Ideen zu verwirklichen. Außerdem ist es uns wichtig, Angehörigen professionelle Pflegekräfte an die Seite zu stellen, die nicht nur Ahnung von ihrem Fach haben, sondern auch mit ihnen im Team zusammen arbeiten und nicht wechseln, deshalb „Pflege wie du sie dir wünscht!“

 

 2. Was hast du vor der Gründung beruflich gemacht?

[Thomas:] Vor einigen Jahren war ich Geschäftsführer eines IT Unternehmens. Ich habe mich dann damals aus persönlichen Gründen entschieden, eine ganz andere berufliche Richtung einzuschlagen und in den Bereich der Altenpflege zu wechseln. Seit meiner Ausbildung sind bisher zehn Jahre vergangen, in denen ich die schönen, aber auch herausfordernden Seiten der Pflege in vielen Bereichen, von der ambulanten Pflege, Pflegeheimen, Krankenhaus- und Reha Einrichtungen oder Tagespflege kennenlernen durfte.

 

3. Wie bist du auf deine Geschäftsidee gekommen?

[Thomas:] Durch meine Erfahrung in den letzten Jahren konnte ich den Alltag der Pflegekräfte erleben. Nicht selten besteht dieser aus über fünfzig Arbeitsstunden, geringer Bezahlung und wenig Wertschätzung trotz hoher Verantwortung, was sich letzten Endes in Frust niederschlägt. Neben den Rahmenbedingungen kommt es im Berufsalltag immer wieder vor, dass Klienten keine sinnvolle Unterstützung bekommen, sondern lediglich die, die das veraltete Gesundheitswesen ihnen bietet. Das ist zumeist besonders tragisch, aber auch herausfordernd für Angehörige, besonders wenn diese berufstätig sind. Da ich mittlerweile der Meinung bin, dass der ambulante Dienst nicht funktioniert, wie er funktionieren könnte – sei es auch nur auf Grund von Zeitmangel – bin ich zu dem Schluss gekommen, dass etwas Neues, eine Alternative, her muss. Dabei ging es mir um die Frage, wie ich beiden, Angehörigen und Klienten, gleichermaßen helfen kann.

 

 4. Hast du Unterstützung z.B. durch Förderprogramme oder Stipendien erhalten?

[Thomas:] Ich habe unterschiedliche Förderprogramme in Anspruch genommen, auch wenn die Suche als Arbeitnehmer frustrierend war. An der einen oder anderen Stelle musste ich eine gehörige Portion Überzeugungsarbeit leisten, da ich beispielsweise kein Studienabschluss vorweisen kann. Förderprogramme, von denen ich profitiert habe, waren unter anderem das Gründercoaching Deutschland, das Startgeld der KFW und das AXA Gründerstipendium in Kooperation mit dem STARTPLATZ. Dabei war es mir wichtig, neben den Zahlen, die ich vorweisen musste, mit den Geschichten der Menschen zu überzeugen, die hinter meiner Idee stehen und für die diese Idee entwickelt wurde.

 

5. Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich dein Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?

[Thomas]: Das Konzept hat sich grundlegend verändert. Anfangs wollte ich eine App entwickeln, die darüber aufklärt, was man als Leihe bei der Pflege von Menschen beachten muss, oder wie man Risiken erkennt. Um zu prüfen, ob meine Idee sinnvoll ist, habe ich Umfragen in Städten, Kliniken, Reha Zentren und mit Patienten und Angehörigen durchgeführt. Besonders im Gespräch mit letzteren wurde deutlich, dass keine App den Faktor Menschlichkeit ersetzen kann.

 

 6. Wie sieht dein nächster Meilenstein aus?

[Thomas:] Als nächstes gilt es, die neue Plattform online zu stellen. Zudem sollen die ersten Pfleger gecoached werden.

 

 7. Wenn du noch einmal von vorne anfangen könntest, gibt es irgendetwas, das du anders machen würdet?

[Thomas:] Im Nachhinein wäre es sinnvoller gewesen, mit der Webseite und dem Service zu einem früheren Zeitpunkt online zu gehen. Außerdem würde ich das nächste Mal wahrscheinlich an weniger Businessplanwettbewerben teilnehmen. Die Wettbewerbe sind gut, um die Ideen zu überdenken, nehmen aber sehr viel Zeit in Anspruch.

 

 8. Aus welchen Gründen hast du dich für Köln bzw. den STARTPLATZ entschieden?

[Thomas:] Der STARTPLATZ ist von seiner Lage praktisch für mich, da ich zurzeit in einem Krankenhaus in der Nähe arbeite. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, Lorenz Gräf bei unterschiedlichen Rheinland Pitches näher kennenzulernen und fand ihn als Person sehr überzeugend.

 

 9. Wie beurteilst du die Rheinische Startup-Szene und was wünschst du dir noch?

[Thomas:] Mir gefällt die Startup-Szene in Köln, weil man sich untereinander kennt, ich denke das ist in Berlin anders. Ich wünsche mir, dass die Politik die Startup-Szene noch mehr für sich entdeckt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Politiker das Potenzial noch nicht ganz verstehen, denn „Klüngel ist oft wichtiger als Innovation“. Außerdem wünsche ich mir mehr Aufmerksamkeit von den lokalen Medien was diesen Bereich anbelangt. Beispielsweise könnte der WDR regelmäßig über Startups und deren Innovationen berichten, schließlich ist Köln eine Medienhauptstadt.

 

 10. Wenn du Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntest, was wäre das?

[Thomas:] Ich glaube das Wichtigste ist, dass man einerseits für seine Idee brennt, aber andererseits in der Lage ist, seine Idee immer wieder zu überdenken und gegebenenfalls auch zu verändern. Ein Teil davon ist die Fähigkeit, zu jeder Zeit authentisch und ehrlich über seine Idee zu sprechen. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum ich mein AXA Gründerstipendium nach einem Telefonat im Treppenhaus eines Krankenhauses bekommen habe. Und zu guter Letzt noch ein persönlicher Hinweis: gründet nie ohne ein Mitglied aus der Branche mit praktischen Erfahrungen, das macht einfach keinen Sinn!

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