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Rechtsform deines Social Business

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Die Rechtsform folgt grundsätzlich den Anforderungen deiner Social Business Idee. Doch welche Rechtsform dein Business haben soll, sollte nicht das erste sein, dass du festlegst. Um diese Frage also beantworten zu können ist es wichtig dir über deine Geschäftsidee klar zu werden. Daraus lässt sich dann später die Rechtsform bestimmen. Von einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH), einer gemeinnützigen Unternehmergesellschaft (gUG), einem eingetragenen Verein (e.V.), bis hin zu klassischen Rechtsformen wie der GbR oder GmbH sind alle Rechtsformen grundsätzlich möglich. Eine durchaus übliche Lösung sind Hybridkonstrukte wie z.B. der eingetragene Verein plus GmbH oder AG etc. Steuerrechtlich und verwaltungstechnisch ist eine solche Möglichkeit allerdings recht kompliziert.

Wichtige Fragen, die die Wahl der Rechtsform beeinflussen

  1. Soll gemäß § 52 AO ein gemeinnütziger Zweck verfolgt werden?
  2. Welche Vor- und Nachteile sind mit einer Gemeinnützigkeit verbunden?
  3. Inwieweit soll eine gewisse Flexibilität hinsichtlich einer Zweckänderung gegeben sein oder soll eine solche gar verhindert werden?
  4. Soll die Möglichkeit einer Auflösung gegeben sein?
  5. Was ist bei der Formulierung der Satzung zu beachten?
  6. Welche Haftungsart kommt für mich in Frage?
  7. Wie viele werden an meinem Vorhaben beteiligt sein?
  8. Wie viel Kapital habe ich zur Verfügung?

Kurze Übersicht über verschiedene Rechtsformen

 

ScrumMaster2

 

Einzelunternehmer

  • Zweck (beschränkung): keine
  • Haftung: persönliche Haftung, mit Privatvermögen verbunden
  • Geschäftsführung: Selbstleitung, man hat selber das Sagen
  • Mitwirkende: eine Person
  • Gemeinnützigkeit (möglich): nein
  • Kapitalverwaltung: in persönlichen Händen
  • Kontrolle und Publizität: Buchführung und ggf. Bilanz müssen gegenüber dem Finanzamt dokumentiert, aber nicht veröffentlicht  werden
  • Rechtsformbedingter Aufwand: ggf. nur Anmeldung bei Gewerbebehörde
  • Auflösbarkeit: jederzeit durch persönliche Entscheidung

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

  • Zweck (beschränkung): Zweckförderung vertraglich festzulegen
  • Haftung: gemeinschaftliche Haftung
  • Geschäftsführung:  gemeinschaftlich, Zustimmung aller Pflicht, außer anders geregelt
  • Mitwirkende: mind. zwei Personen
  • Gemeinnützigkeit (möglich): nein
  • Kapitalverwaltung: Kapital gehört der Gesellschaft, Verlust- und Gewinnbeteiligung ist auf alle Mitglieder aufzuteilen, außer anders geregelt
  • Kontrolle und Publizität:  Dokumente sind für alle Mitglieder einsehbar, Tätigkeiten müssen dokumentiert, aber nicht veröffentlicht werden
  • Rechtsformbedingter Aufwand: ggf. Anmeldung im Gewerbeamt
  • Auflösbarkeit: gemeinschaftlicher Beschluss

Eingetragener Verein (e.V)

  • Zweck (beschränkung): nur ideeller, also kein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
  • Haftung: Verein haftet allgemein für jedes Mitgliedsorgan
  • Geschäftsführung: gewählter Vorstand
  • Mitwirkende: mindestens 7 Mitglieder bei der Gründung, später mindestens 3
  • Gemeinnützigkeit (möglich): ja
  • Kapitalverwaltung: Verwaltung liegt beim Vorstand, Verluste und Gewinne verwaltet der Verein eigenständig für den Verein, Mitglieder tragen kein Risiko und erhalten keine Gewinnanteile
  • Kontrolle und Publizität: Einsicht im Vereinsregister für alle, ausschließlich Jahresabschlüsse
  • Rechtsformbedingter Aufwand:  Gang zum Amtsgericht, Vorstand muss Verein anmelden und Satzung vorlegen, also geringe Kosten bei Notar und Gericht.
  • Auflösbarkeit: Nach Beschluss der Mitgliederversammlung §41 BGB, Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, Wegfall sämtlicher Mitglieder, Verlegung des Vereinssitzes ins Ausland und Zeitablauf (wenn der e.V. für einen bestimmten Zeitraum gegründet worden ist)
  • Auflösbarkeit: Eintrag im Vereinsregister

GmbH (Gemeinschaft mit beschränkter Haftung)

  • Zweck (beschränkung): gesetzlicher Zweck
  • Haftung: GmbH haftet allgemein für alle  Organe (persönliche Haftung der Gesellschafter ist weitgehend abgeschirmt)
  • Geschäftsführung: einer oder mehrere Geschäftsführer
  • Mitwirkende: eine oder mehrere Personen
  • Gemeinnützigkeit (möglich): ja, dann gGmbH
  • Kapitalverwaltung: Startkapital beträgt mindestens 25.000 € (Sonderform UG „Unternehmergesellschaft“), Verwaltung von Verlusten und Gewinnen liegt bei dem/den Geschäftsführer, Gesellschafter tragen das Verlustrisiko bis zum Verlust ihrer Einlagen, sie können Gewinne erhalten
  • Kontrolle und Publizität: Jahresabschluss muss zum Handelsregister eingereicht werden und ist damit öffentlich einsehbar; Bekanntmachungen müssen ggf. (größenabhängig) sogar  im Bundesanzeiger veröffentlich werden
  • Rechtsformbedingter Aufwand: notarielle Form bei Gründung und bei Gesellschafterwechsel, Eintragung beim Amtsgericht, Eintragung ins Handelsregister
  • Auflösbarkeit: durch Urteil, Ablauf der vertraglich festgelegten Zeit, Insolvenzverfahren, Liquidationsbeschluss der Gesellschafter mit 75%

Genossenschaft

  • Zweck (beschränkung): Erwerb bzw. Förderung ihrer Mitglieder bezogen auf bestimmte Belange, seit einigen Jahren auch sozio-kulturelle Belange
  • Haftung: nur mit dem Vermögen der Genossenschaft
  • Geschäftsführung: Vorstand, Aufsichtsrat
  • Mitwirkende: mind. 3 Mitglieder
  • Gemeinnützigkeit (möglich): ja
  • Kapitalverwaltung: Mindestkapital ist bestimmbar, gehaftet wird nur mit dem Kapital der Mitglieder; Verluste nur bis zur Höhe der Einlagen (ggf. verdoppelt) und Gewinne verteilen sich auf alle Mitglieder
  • Kontrolle / Publizität: Kontrolle durch Gericht, Veröffentlichungen im Genossenschaftsregister (wie bei GmbH)
  • Rechtsformbedingter Aufwand: Eintragung ins Genossenschaftsregister
  • Auflösbarkeit: jederzeit durch ¾ Beschluss bei Generalversammlung

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