Erfolgsgeschichten aus dem STARTPLATZ: Thomas Müller – curassist

16. Dezember 2016, 17:23 :: Allgemein

Autor: Ann-Kathrin Rudolf

Thomas Müller ist Gründer und Geschäftsführer des sozialen Startups curassist. Seine Geschichte im STARTPLATZ beginnt mit einem der ungewöhnlichsten Pitches für unser Accelerator-Programm: Per Handy aus dem Treppenhaus eines Krankenhauses pitchte er nur wenige Stunden nach Geburt seines Sohnes seine Idee vor der Jury. Er überzeugte allesamt und zog wenige Tage später als Gewinner des Gründerstipendiums von AXA in den STARTPLATZ, um in den kommenden Monaten seine Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Seit dem ersten Interview mit uns ist nun etwas mehr als ein Jahr vergangen – Zeit, bei Thomas nachzufragen, was sich in den letzten Monaten getan hat.

 

Thomas, du bist ja mittlerweile Pitch-Profi – schüttle für neu dazu gestoßene Leser bitte einmal euren Elevator-Pitch aus dem Ärmel: curassist ist eine Online-Plattform zur direkten Vernetzung von qualifizierten Pflegekräften und Alltagsbegleitern mit den Patienten. Wir ermöglichen das durch einen leichten Weg in die Selbstständigkeit und Zentralisierung der Verwaltungsarbeiten. Unser Ziel ist es, dem Pflegenotstand entgegenzuwirken und die Qualität der Pflege zu verbessern.

 

Was hat sich bei euch im letzten Jahr getan, was waren eure größten Erfolge? 

Nach dem Stipendium hatten wir sehr viele Erfolge. Neben den Siegen bei sieben Pitch- Veranstaltungen wie Rheinland Pitch Finale, Social Entrepreneurship Pitch und Südwest Pitch, konnten wir auch unternehmerisch einige Erfolge verzeichnen. Nach unserem Betalaunch im November 15 haben wir einige Krankenkassen überzeugt und es folgte schließlich nach sorgfältiger Auswahl eine lange Finanzierungsrunde und nach vielen Verhandlungen ein Abschluss in sechsstelliger Höhe.

 

Das klingt super! Wie hat euch der STARTPLATZ bei eurer Entwicklung geholfen?

Der Startplatz hilft oft mehr als man denkt, die Veranstaltungen, Workshops und vor allem die zentrale Kaffeemaschine sorgte für Netzwerken, zu guten Kontakten und somit auch Beratung. Wenn wir beispielsweise Fragen zu irgendeiner Formulierung oder Farbe des Designs hatten, konnten wir fix durch den Startplatz rennen und hatten schnell über 50 Umfrageergebnisse/-meinungen und das Thema war erledigt.

 

Was war rückblickend für euch die größte Herausforderung auf dem Gründungsweg?

Die Finanzierung war schon ein recht steiniger und langwieriger Weg, vor allem aus dem Beruf heraus. Die für Pfleger typischen 50 Wochenstunden zu arbeiten und nebenbei etwas entwickeln, denn Förderungen gibt es nicht für „Arbeiter“. Und die Finanzierungsrunde selbst: da unser politisch relevantes Thema auch von einem Bundesland mit all den Statuten und üblichen Verwaltungsgeflechten beteiligt ist, dauerte sie wesentlich länger als wir gedacht hatten. Das hatte zur Folge, dass wir Monate lang nicht wussten, mit wieviel Kapital wir kalkulieren können oder wieviel Zeit uns für die curassist Entwicklung neben den Verhandlungen noch bleibt. Dadurch ist eine Art Seifenblase um uns entstanden in der die Zeit für curassist langsamer verlief, aber der Markt außerhalb drehte sich schnell weiter.

 

Was war das größte Learning aus dem ersten Gründungsjahr?

Die Zeit für das erste Invest würde ich viel knapper halten. Lieber zwei, drei Investoren mit weniger Kapital als direkt ein großes Investment suchen, was einem schnell zu viel Zeit kostet. Aber auch da: Ich hatte professionelle Unterstützung von erfahrenen Beratern die ich durch den Startplatz kennenlernte, ohne diese würde ich keine Verhandlung mehr führen! Durch ihren „Blick von außen“ können sie einem wieder aus der emotionalen heraus bringen damit man stets einen kühlen und sachlichen Kopf behält, denn schließlich geht es um die eigene Idee, die man verkauft und an der man hängt.

 

Wie geht die Reise für euch weiter, was sind eure nächsten Meilensteine?

Jetzt geht es erst einmal richtig los. Wir stocken das Personal auf, vor allem die Softwareentwicklung um schneller den kompletten Pflegeprozess zu digitalisieren. Danach wird es einen großen Launch geben und schließlich …. Sicher die nächste, hoffentlich kürzere, Finanzierungsrunde. 

 

Was für eine Rolle spielen deiner Meinung nach Inkubatoren wie der STARTPLATZ für die Startups bzw. die Gründerszene?

Einen sehr wichtigen! Wenn aus einer Idee ein Produkt und aus dem Produkt ein Unternehmen wird braucht man Durchhaltevermögen, Geduld und Risikobereitschaft. Ein Inkubator schwächt all diese 3 Faktoren enorm ab!

Man erhöht das Durchhaltevermögen, weil man immer einen Gleichgesinnten findet, bei dem man sich mal richtig auskotzen kann; Die Mentoren lehren einem nicht nur Geduld zu wahren sondern sie zu erhöhen, da man direkt einige Schritte weiter arbeitet statt nur zu warten. Und das Risiko wird durch die komplette Community gemindert, die durch Austausch, Rückmeldungen und Tipps einige Fehler erst gar nicht machen lassen.


Welchen Tipp gibst du Startups, die am Anfang ihrer Gründung stehen?

Es kann soooooo zäh laufen ab und an, und es kann noch schlimmer sein, wenn ihr eigentlich nichts dazu beitragen könnt alles wieder in den Flow zu bringen. Gebt aber bloß nicht auf, denn es lohnt sich!

 

Vielen Dank für deine Antworten, Thomas! 

 

 


Und so schnell kann es gehen – Ihr wollt das auch?

Nutzt die Chance und bewerbt euch für unser Gründerstipendium. Wir suchen ambitionierte Gründer, die ihr Produkt oder Vorhaben lieben und mit ihrem Startup zügig wachsen und ein robustes Geschäftsmodell aufbauen wollen. Die nächste Runde startet bereits Anfang 2017!

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