Erfolgreiche Startups im Interview - Bubble it!

Erfolgreiche Startups im Interview

31. Juli 2015, 10:10 :: Allgemein

Autor: Victoria Blechman

Im Interview mit Bubble it! Gründer Tim Betzin erzählt der Kölner von den Höhen und Tiefen bei der Unternehmensgründung.

1. Könnt ihr Bubble App mit weniger als 50 Wörtern beschreiben?

[Tim:] bubble it! zeigt Dir live auf einer Karte an, was aktuell lokal um dich herum passiert. Es ist zeitgleich ein Tool für jedermann, der auf etwas Aufmerksam machen möchte, wie z.B. Künstler oder Veranstalter.

 

 2. Wie seid ihr auf eure Geschäftsidee gekommen?

[Tim:] Das war eigentlich mehr oder weniger zufällig. Ich habe damals noch in Berlin gearbeitet. Nach Feierabend hatte ich oft Lust, noch etwas in dem Viertel, in dem ich gewohnt habe, zu unternehmen, wusste aber nicht genau was. Von den meisten guten Events habe ich leider erst im Nachhinein erfahren. Meinen damaligen Mitbegründern (Nikolas und Björn „Anm. d. Red“) ging es ähnlich und so wollten wir eine Applikation entwickeln, mit der man sich gegenseitig live über lokale Ereignisse informieren kann.

 

3. Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich euer Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?

[Tim:] Die Idee stand bereits Anfang November 2013. Wir haben mit der Firmengründung allerdings bis August 2014 gewartet, weil wir uns für das EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beworben haben. Gefördert wird nur, wer bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gegründet hat. Die größten Erkenntnisse, die in den letzten Monaten zu einer wesentlichen Veränderung unseres Konzeptes geführt haben, sind auf einen zweimonatigen Aufenthalt in den USA von Februar bis April dieses Jahres zurückzuführen. Wir haben die Zeit dort genutzt um viel Feedback einzuholen. Sehr gutes Feedback haben wir zu unserer schnellen Kartentechnologie bekommen. An anderen Stellen wurde deutlich, dass wir noch einiges verändern müssen. Das Ergebnis: Zusätzlich zu den Live-Infos wird es bald die Möglichkeit geben zukünftige Events zu vermerken. Ein erster Schritt in die Richtung war ein komplettes Redesign in den letzten Wochen und das ergänzende Produkt „Rausgegangen“ (www.rausgegangen.de). Wir schicken dir jeden Morgen zum Frühstück 4 von uns ausgewählte Tipps, was man in Köln heute cooles machen kann. Von kleinen Konzerten und Festivals, Yoga im Park, nächtlichen Läufen oder coolen Flohmärkten – wir zeigen dir all die spannenden Sachen, die du sonst verpassen könntest.

Ich muss auch gestehen, dass wir sehr pragmatisch geworden sind, in dem Sinne dass wir Dinge einfach ausprobieren und auf den Markt bringen. Wie zum Beispiel BananaMash (www.getbananamash.com), das lag über ein Jahr in der Schublade obwohl wir positives Feedback hatten, weil wir uns so auf bubble it! fokussiert hatten. Jetzt haben wir BananaMash einfach gelauncht und sehen, dass man auch mehrere Dinge in einem bestimmten Rahmen gleichzeitig testen kann.

 

4. Was waren eure größten Schwierigkeiten, die ihr auf dem Weg überwinden musstet?

[Tim:] Das war anfangs sicherlich das Einspielen im Team. Wir sind zu dritt gestartet und seit Januar 2015 ist noch Witali, unser neuestes Teammitglied dazu gestoßen. Aber auch die rechtlichen Aspekte waren für uns eine Herausforderung. Ich glaube das geht vielen Gründern am Anfang so, man darf sich einfach nicht entmutigen lassen. Auch hat sich unser Produkt zunächst nicht so entwickelt wie erhofft. Auch hier mussten wir viel lernen und haben nun denke ich die richtigen Schlüsse gezogen.

 

 5. Was war der entscheidende Faktor für euren Durchbruch?

[Tim:] Ich weiß nicht, ob wir schon von Durchbruch reden können. Eigentlich möchte ich das erst behaupten, wenn wir 1 Millionen User haben oder wir finanziell auf sehr soliden Beinen stehen, es besteht also noch Potenzial nach oben. Was ich allerdings schon sehe, ist dass wir einiges geschafft haben und das ist sicherlich auch der guten Mischung an Leuten im Team zu verdanken, die technologisches Know-How mitbringen und zu 100% hinter dem Vorhaben stehen. Außerdem hat die lebendige Gruppe an Beta-Testern ihren Teil dazu beigetragen – noch einmal ein herzliches Dankenschön an dieser Stelle!

 

 6. Wenn ihr noch einmal von vorne anfangen könntet, gibt es irgendetwas, das ihr anders machen würdet?

[Tim:] Wir würden das Produkt das nächste Mal noch zeitiger am Markt testen, auch wenn es in unseren Augen noch nicht perfekt ist. Das gilt jetzt natürlich besonders für den B2C-Bereich. Im Vergleich zu den USA existiert in Deutschland immer noch die Mentalität, dass das Produkt für die Test-Phase bereits perfekt sein muss. Das heißt, es wird eine komplette App für die erste Phase erstellt, zumeist mit dem Resultat, dass sie für die Zielgruppe als nicht ausreichend relevant bewertet wird und redesigned werden muss. Deshalb lieber den eigenen Anspruch auf Perfektion anfangs etwas runterschrauben und das Produkt frühzeitig testen.

 

7. Aus welchen Gründen habt ihr euch für Köln, bzw. den STARTPLATZ entschieden?

[Tim:] Die Wahl für Köln haben wir aus persönlichen Gründen getroffen. Wir kommen ursprünglich alle aus dem Rheinland. Anfangs habe ich gedacht, dass unser Vorhaben besser in Berlin Fuß fassen kann, zumal ich dort längere Zeit gearbeitet habe und über ein gutes Netzwerk an persönlichen Kontakten verfüge, aber ich muss rückblickend sagen: Uns fehlt hier nichts! Den STARTPLATZ haben wir ausgesucht, weil er als Treffpunkt der rheinischen Gründerszene Zugang zu einem guten Netzwerk an Kontakten bietet und neben Konferenzen und Workshops Raum für Synergien schafft. Kurz: der STARTPLATZ war der perfekte Startplatz für unser Vorhaben.

 

8. Wie beurteilt ihr die Rheinische Startup-Szene und was wünscht ihr euch noch?

[Tim:] Die Rheinische Startup-Szene hat viel Potenzial, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Im Vergleich zu beispielsweise San Francisco fehlt es hier noch an einem grundlegenden Verständnis für Startups seitens der Politik und Wirtschaft. In den USA scheint man sich viel mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dort kann fast jeder Taxifahrer erklären, wie die Phasen der Produktentwicklung funktionieren. Außerdem sind die meisten risikofreudiger, wenn es um die konkrete Umsetzung geht. Man muss sich eben trauen, auch mit dem Wissen, dass man scheitern kann. Dieses Risiko sind viele in Deutschland immer noch nicht bereit einzugehen.

 

9. Wenn ihr Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntet, was wäre das?

[Tim:] Viele glauben man braucht eine Marketingstrategie oder einen 30-seitigen Businessplan um im B2C-Bereich erst einmal zu starten. Wir glauben, dass es sinnvoller ist, die App früh mit Nutzern zu testen, zu verbessern und dann erst zu promoten. Der Vorteil: Änderungen können schneller adaptiert werden und es spart Zeit und Kosten. Dabei gilt: Teste auch mal mit einfachen Mitteln, zwar hat man vielleicht eine App im Kopf, aber kann es sein, dass es zu Beginn eine einfache Facebook Gruppe schon ausreicht? Wichtig ist auch Mut zu haben einen Teil seines Produktes zu simulieren, was bei vielen Produkten mit Angebot und Nachfrage erst getestet werden muss. Wichtig ist redet über euer Vorhaben und denkt viel mehr in Experimenten. Auch wenn es manchmal knallt :-)



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