Finanziell vorsorgen: Tipps, wie junge Gründer*innen vorgehen können

Finanziell vorsorgen: Tipps, wie junge Gründer*innen vorgehen können

19. April 2021, 14:25 :: Aktuelle Trends | Allgemein | Corporate Services

Autor: Jürgen Schneider

Für viele Deutsche ist es immer noch unvorstellbar, dass wir uns in einem der reichsten Länder der Welt ernsthafte Sorgen darüber machen müssen, eventuell von Altersarmut betroffen zu sein. Doch dieses Schreckensgespenst verbreitet sich in Deutschland rasant. Laut einer Studie der Wirtschaftsforschungsinstitute DIW und ZEW sind derzeit über 16 Prozent der Einwohner von Altersarmut bedroht. In den nächsten 15 Jahren wird dieser Wert aller Voraussicht nach auf über 20 Prozent steigen und betroffen sind insbesondere viele Gründer und Selbstständige.

abwarten-und-tee-trinken-altersvorsorge-gründer-gründerinnen „Abwarten und Tee trinken“ ist keine gute Strategie für die Altersvorsorge bei Gründer*innen. Sie müssen das Heft selbst in die Hand nehmen, um im hohen Alter nicht armutsgefährdet zu sein.

 

Was ist Altersarmut?

Die Altersarmut ist nicht genau definiert. Es gibt keine bestimmte Einkommensgrenze, ab deren Unterschreitung Menschen als „altersarm“ gelten. Die Altersarmut manifestiert sich einfach an den Dingen des täglichen Lebens. Jeder hätte wohl gerne, dass er sich an seinem Lebensabend die folgenden Dinge locker leisten kann:

  • Ein eigenes Dach über dem Kopf
  • Regelmäßige warme Mahlzeiten
  • Die Teilnahme am kulturellen Leben in Form von Theater-, Konzert- oder Kinobesuchen
  • Erforderliche Medikamente und benötigte Utensilien wie beispielsweise orthopädische Strümpfe oder ein Rollator

Lässt sich das alles nicht finanzieren, handelt es sich dabei einfach um kein angemessenes und würdevolles Leben im Rentenalter in einem der reichsten Länder der Welt.

Altersvorsorge für Selbstständige

Aufgrund der drohenden Altersarmut sind Gründer*innen gut beraten, sich von Anfang an mit dem Thema Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Das ist mental schwierig, da diese Zeit in der fernen Zukunft liegt und scheinbar nichts mit den aktuellen Herausforderungen des Unternehmerlebens zu tun hat.

So werden die ersten Gewinne von vielen lieber dazu investiert, sich endlich einmal etwas zu gönnen und den Lohn der harten Arbeit auch zu genießen. Dagegen ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Doch erstens sollte zumindest ein Teil der Gewinne reinvestiert werden, damit das Unternehmen weiterhin florieren kann und zweitens ist es wichtig, sich Geld für jene Zeit auf die Seite zu legen, in denen die Einnahmen nicht mehr wie eine frisch entdeckte Ölquelle sprudeln werden.

Gründer*innen haben grundsätzlich die Möglichkeit, sich freiwillig in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern zu lassen oder stattdessen lieber in eine private Altersvorsorge einzuzahlen. So hat jeder die Möglichkeit, die für seine individuelle Situation beste Lösung maßzuschneidern.

Unternehmer*innen sind es gewohnt, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen und nicht alles vom Staat regeln zu lassen. Deshalb vertrauen sie in der Regel auch nicht darauf, dass die vertraglichen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung irgendwann ihren Lebensabend sichern werden. Vielmehr investieren sie idealerweise so früh wie möglich in private Modelle, um ein wenig Vermögen für das Alter anzuhäufen.

Welche Möglichkeiten es dazu gibt, ist beispielsweise auf dem Portal Finanzen.de nachzulesen, dass sich mit seinen Informationen primär an Verbraucher, die sich in Versicherungs- und Finanzfragen online informieren möchten, richtet.

Der Klassiker: Fondsgebundene Lebensversicherung

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung handelt es sich um eine abgewandelte Form der Kapitallebensversicherung. Neben einer lebenslangen Altersrente hat sie den weiteren Vorteil, dass Angehörige entsprechende Zahlungen erhalten, wenn der eigentliche Versicherungsnehmer vor Ablauf des Vertrages stirbt.

Die eingezahlten Beiträge werden dabei in unterschiedliche Investmentfonds wie beispielsweise Aktien-, Immobilien- oder Rentenfonds angelegt. Das Augenmerk liegt hier weniger auf einer hohen Rendite als vielmehr auf der hohen Sicherheit, damit das Risiko, dass das angesparte Kapital verlorengeht, so gering wie möglich ist.

Denn selbstverständlich könnte das Geld stattdessen auch in unterschiedliche Kryptowährungen investiert werden, die mit etwas Glück abgehen, wie eine Rakete. Allerdings bergen solche Investitionen auch immer die Gefahr eines Totalverlusts und sind deshalb für die Altersvorsorge nur wenig geeignet.

Hat die fondsgebundene Lebensversicherung eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren und erfolgt die Auszahlung frühestens ab dem 62. Lebensjahr, müssen die Sparer lediglich den halben Gewinn versteuern.

Der Markt bietet sehr viele unterschiedliche fondsgebundene Lebensversicherungen mit teilweise sehr risikofreudigen Fonds, aber auch mit sehr vielen stabilen Anlageformen. Wer ein auf seine Bedürfnisse maßgeschneidertes Angebot haben möchte, kann dies bei Finanzen.de anfordern.

Risiko-Ertrag-fondsgebundene-Lebensversicherung Die richtige Mischung aus Risiko und Ertrag spielt bei der fondsgebundenen Lebensversicherung eine wichtige Rolle.

 

Immer noch lukrativ: Betongold

Wer sich mit Mitgliedern aus dem Startplatz Business Club über das Thema Altersvorsorge unterhält, bekommt des Öfteren zu hören, dass manche mit dem Kauf von Grund und Boden versuchen, ihren Lebensabend abzusichern.

Eine eigene Immobilie als Altersvorsorge ist grundsätzlich eine sehr gute Idee. Allerdings ist es wie auch im Business-Leben wichtig, dass das Projekt richtig angegangen wird. Ein Grundstock an Eigenkapital in der Höhe von mindestens 20 Prozent der Kaufsumme sollte dabei auf alle Fälle vorhanden sein. Ist das aktuell nicht der Fall, empfiehlt es sich, zunächst diese Summe anzusparen und erst dann mit der Suche nach einer geeigneten Immobilie zu beginnen. Für diese Zwecke ist immer noch der klassische „Bausparer“ eine gute Möglichkeit.

Die Finanzierung sollte so geplant sein, dass bis zum Rentenantritt mindestens 90 Prozent der Kreditsumme bereits abbezahlt sind. Die Raten sollten dabei so gestaltet sein, dass sie im zunehmenden Alter abnehmen. Wichtig ist, dass der Vertrag mit einem Sondertilgungsrecht ausgestattet ist. So ist es möglich, bei unerwarteten Einnahmen den Kredit wesentlich schneller abzubezahlen.

Wichtig bei einer Immobilie für das Alter ist auch die Bauweise. Die Treppen, die in jungen Jahren mühelos bewältigt werden, können später zu einer großen täglichen Belastung werden. Auch ein großer Garten muss im Alter noch gepflegt werden. Dazu ist es wichtig, neben dem eigentlichen Kauf auch noch eine Reserve anzusparen, um eventuelle Reparaturen an der Immobilie bewerkstelligen zu können.

Damit sich die Investition lohnt, sollte darüber hinaus unbedingt auf die Lage geachtet werden. Das ist vor allem dann entscheidend, wenn die Immobilie nicht selbst bewohnt, sondern vermietet werden soll.

Investition-Immobilie-Altersvorsorge Die Investition in eine Immobilie kann ebenfalls eine gute Altersvorsorge darstellen. Dabei sollte allerdings auf die Beschaffenheit geachtet werden. Die Treppen dieser Häuser könnten im Alter Probleme bereiten.

Über den Autor:

Jürgen Schneider arbeitet seit über 15 Jahren als unabhängiger Finanzberater und unterstützt vor allem junge Gründer*innen dabei, eine für sie passende Altersvorsorge zu finden.



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