Review: Design Thinking und Lean Startup mit Daniel Bartel

2. September 2013, 16:18 :: Allgemein

Autor: Matthias Gräf

Letzte Woche fanden bei uns im STARTPLATZ zwei besonders interessante Workshops zum Thema Design Thinking und Lean Startup statt. Daniel Bartel, ein Experte in den Bereichen Lean Startup, Service Design Thinking und Business Modeling, hat die Teilnehmer duch die Workshops geführt und ihnen besonders nützliche Tipps an die Hand gegeben. Einer der Teilnehmenden war Oliver Stalp, Consultant. Er hat für uns kurz zusammengefasst, was Design Thinking und Lean Startup, wie sie in den Workshops von Daniel Bartel vermittelt wurden, bedeuten.

Hat Spaß gemacht, ideale Vorgehensweise nicht nur für Startups sondern auch für die Produkt-entwicklung in großen Unternehmen sehr geeignet.

Oliver Stalp über den Design Thinking-Workshop

Design Thinking – Kreativer Prozess

Design Thinking – hat nichts mit dem „Design“ zu tun, woran man sofort denken würde. Vielmehr ist es eine Methodik ähnlich wie Lean Startup, um Geschäftsideen systematisch und unter ständiger Einbeziehung der potentiellen Kunden schnell zu entwickeln. In interdisziplinären Teams von 4-8 Personen wird in 6 Schritten ein innovatives Produkt geschaffen. Als erstes muss das Problem eingegrenzt und die richtige Fragestellung formuliert werden („understand“). Dann helfen Interviews mit potentiellen Nutzern, die Fragestellung aus Kundensicht genauer zu verstehen („observe“). Nachdem in dieser sogenannten Empathie Phase die Fragestellung und die Kundensicht verstanden wurde, wird ein gemeinsamer Standpunkt („Point of View (POV)“ aus vielen unterschiedlichen Perspektiven formuliert. Ausgehend von dem Standpunkt generiert das mittlerweile aus Experten bestehende Team spielerisch-kreativ zahlreiche radikale Lösungsansätze, die am Ende zu den vielversprechendsten Ideen verdichtet werden („ideate“). Aus diesen Ideen baut das Team Prototypen, die wieder diskutiert, ausprobiert und verbessert werden, um zum Schluss in einen gemeinsam entwickelten Protoytypen („prototyping“) zu münden. Der Prototyp wird wieder mit Kunden solange iterativ getestet, bis am Ende ein marktreifes, innovatives Produkt gefunden ist („testing“).

Lean Startup – Gründen leichtgemacht

Ein Startup sucht ein neues Business  – ein Corporate hat ein Business. Das ist laut Daniel der wesentliche Unterschied, der sich nicht nur bei den Charakteren bemerkbar macht („Entrepreneur“ als Erfinder und Künstler vs. „Manager“ als Umsetzer und Administrator), sondern auch bei den Methoden, die angewendet werden. Der Weg zum Unternehmen teilt sich grob auf in „problem + solution“ (search, startup) und „efficiency + scale“ (Excecute, Corporate). Ein „leanes“ Startup versucht, in der risikobehafteten search Phase durch einen agilen und repetitiven „build – measure – learn“ Prozess, die Entwicklungskosten zu minimieren. Um den Lean Startup-Prozess systematisch zu beginnen, eignet sich die Canvas Methode von Alexander Osterwalder. Zunächst strukturiert man die Geschäftsidee in neun Kategorien: Kundensegmente, Kundenbeziehungen, Vertriebskanäle, USP, Aktivität, Ressourcen, Partner, Kostenstruktur und Umsatzquellen. Somit haben alle Beteiligten dasselbe Verständnis von der Idee. Dann stellt man Hypothesen zu der Geschäftsidee auf und versucht diese z.B. durch Interviews mit potentiellen Kunden zu validieren.

Sehr interessierte und neugierige Teilnehmer, die viele gute Fragen stellten! Vorallem die rege Diskussion am Ende des Workshops mit Lean-Experten aus der Reihe der STARTPLATZ-Mitglieder kam bei den Teilnehmern besonders gut an. Ein Workshop mit toller Gruppendynamik, der super viel Spaß gemacht hat!

Daniel Bartel über den Lean Startup-Workshop

Dabei ist wichtig, dass man nicht die Geschäftsidee an die Kunden „verkauft“, sondern die interviewten Kunden nur mit dem vermeintlichen Problem konfrontiert, um dann über das Gespräch herauszufinden, ob die Kunden die Geschäftsidee als Problemlösung sehen würden. Die Befragung potentieller Zielgruppen ist das Kernstück von Lean Startup. Ausgehend von diesen Erkenntnissen wird ein sogenanntes „minimum viable product (MVP)“ gebaut. Im Folgenden wird das MVP kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Parallel ist ein KPI Set aufzubauen, das die wirklichen Werttreiber – und Wertvernichter – misst. Anhand dieser KPIs kann gemessen werden, ob das Business profitabel funktioniert. Wenn dem nicht so ist, leuten Lean Startups eine sogenannte „Pivot“ Phase ein. Hierbei verändern Startups ihre ursprüngliche Hypothese und testen eine neue Variante. Das geschieht so lange, bis ein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden ist.

Der Workshop hat mir erste Einblicke ins Lean-Startup gegeben und mir einen super Überblick verschafft. Es hat mir persönlich sehr viel gebracht, da ich ohne jegliche Grundlagen gestartet bin und nach dem Workshop viele Vorgehensweisen besser einordnen kann. Ein toller erster Schritt in der Lean-Startup-Welt.

Michaela Ferwer über den Lean-Startup-Workshop



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