Frauen an der Front: Recap Female Empowerment Summit 2018

11. Dezember 2018, 17:43 :: Allgemein | Veranstaltungen

Autor: Olga Rube

Frauen ermutigen, inspirieren und darin bestärken, den Schritt in die Unternehmensgründung zu wagen – dieses Ziel verfolgte der energiegeladene Female Empowerment Summit 2018. Rund 40 Besucher, in deren Gesichtern sich Neugier und Entschlossenheit ablesen ließen, lockte es für den Summit der etwas anderen Art vergangene Woche trotz des grauen Novemberwetters in den STARTPLATZ Köln. Getrübte Stimmung Fehlanzeige – ganz im Gegenteil: euphorisch und neugierig mutete der Tag an, bei dem sich Menschen aus den verschiedensten Feldern mit inspirierenden Persönlichkeiten austauschen konnten. Neben unternehmerischen Themen ging es auch um gesellschaftlichen Wandel, nachhaltige Produkte und Erziehung. 

Die Startup-Szene wächst und gedeiht, doch noch immer gibt es viel weniger Frauen als Männer, die sich dazu entschließen, selbst zu gründen. Mit dem Female Empowerment wurde der Grundstein gelegt, diesen Zustand zu ändern, Mut zu machen, zu inspirieren und zu unterstützen.

Die Superheldinnen des STARTPLATZ: This is how we do it!

 
Frauen sind im STARTPLATZ die treibende Kraft. Schon seit der Geburtsstunde des Standorts in Köln im Jahr 2012 wird der heute größte Inkubator & Accelerator im Rheinland größtenteils von Frauen gemanagt, organisiert und angetrieben – und das von weiblichen Individuen, die sich nicht scheuen, mit anzupacken und Dinge voranzubringen. Auf die energiegeladenen Persönlichkeiten, die den STARTPLATZ ganz individuell prägen, ging Jules Banning, Head of Events, in dem ersten Vortrag beim Female Empowerment Summmit ein – und dem wohl persönlichsten und emotionsgeladensten in der Geschichte des STARTPLATZ. Wohl verdient können sich die Superwomen im STARTPLATZ als Heldinnen küren, die seit Tag eins einen großen Beitrag dazu leisten, das Startup Ökosystem am Leben zu erhalten.

 

Jules Banning, Head of Events im STARTPLATZJules Banning über die Frauen, die den STARTPLATZ zu dem machen, was er heute ist

 
In seinem Vortrag „Stop fixing women!“ adressierte Robert Franken von Male Feminists Europe anschließend in seiner augen-öffnenden Keynote das Thema Frauenförderung und andere Reflexe der Gesellschaft. Dabei ging er auf die Gender Pay Gap (oder auch den geschlechtsspezifischen Lohnunterschiedein, die in Teilen Deutschlands, etwa in Bayern bei 40% liege.

„Für jemanden mit Privilegien fühlt sich Gerechtigkeit wie Benachteiligung an. Man muss sich nicht für sein Privilegium schämen, sondern sich dessen bewusst sein,“ so Franken.

 

Robert Franken über die Gender GapRobert Franken über die Gender Pay Gap in Deutschland
 

Immer auf seinen Bauch hören

 
Der Fireside Chat mit Ehrengast Franziska von Hardenberg, Gründerin des Shops für personalisierten Goldschmuck, HOLY GOLDY markierte den Höhepunkt des Summits. Die zweifache Mutter und erfolgreiche Unternehmerin aus Berlin bezauberte die Teilnehmer des Summits mit ihrer positiven Art & inspirierenden Ratschlägen.

„Für mich war Geld nie die treibende Motivation. Viel wichtiger ist für mich, mit meiner Arbeit Dinge zu verändern und für nachhaltige Verbesserungen zu sorgen. Loyalität, Freundlichkeit und Engagement.“

Die Vorzeigeunternehmerin scheute sich aber auch nicht davor, offenherzig über das Scheitern ihres 2012 gegründeten Blumenversands Bloomy Days zu sprechen.

„Ich habe viele Fehlentscheidungen getroffen, weil ich auf die Meinungen anderer gehört und nicht aus meinen eigenen Bauchgefühl heraus gehandelt habe. Doch auch die Tatsache, dass mein Unternehmen in die Brüche ging, nehme ich nicht wirklich als Scheitern wahr. Ich glaube, die Situation hat mich stärker gemacht und ich bin jetzt in der Lage, viel lösungsorientierter zu denken, anstatt mich zu sehr auf das Problem zu fokussieren,“ so von Hardenberg.

 

Franziska von Hardenberg im Fireside Chat mit Victoria Blechman-PomogajkoFranziska von Hardenberg im Fireside Chat mit Victoria Blechman-Pomogajko
 

Eine Kölner Doppelspitze mit Höhen und Tiefen

 
Von der Initiative FRAUEN unternehmen zu den Vorbild-Unternehmerinnen 2018 gekürt, gehören Stefanie Gärtner und Rabea Knippscher zu den erfolgreichsten Gründerinnen im Rheinland. Nach einigen Konzernjobs stand der Entschluss zum Gründen fest. Geboren war die Idee von Limmaland, einer Plattform für IKEA Hacks im Kinderzimmer. Mittels maßgeschneiderter Klebefolien sollen Möbel nicht nur aufgepimpt werden, sondern eine ganz neue Verwendung finden. So sind den klassischen Malm-Möbeln keine Grenzen gesetzt – die klassische Kommode wird etwa zur individuellen Kinderküche. 

Die wichtigsten Werte der beiden Power-Frauen? Selbstbestimmung und Freiheit.

„Wir wollten alles aus eigener Kraft schaffen und hatten keine Lust auf Investoren. Als wir am Anfang der Gründung standen, sahen wir alles als Spielwiese und plötzlich hingen wir in der Steilwand. Runter geht nicht mehr – wie weit hoch es geht, wussten wir am Anfang auch nicht.“

Rabea Knippscheer (l.) und Stefanie GärtnerRabea Knippscheer (l.) und Stefanie Gärtner (r.) geben die Gründergeschichte von Limmaland zum Besten
 

Mut beweisen und einfach mal machen

 
Anschließend präsentierte Business Coach Zerrin Börcek den Female Innovation Hub aus Düsseldorf, die Plattform für Female Empowerment und Entrepreneurship. Dabei appellierte sie an Frauen, stets gelassen und freundlich zu bleiben, mutig zu sein und einfach mal zu machen. Denn es geht ihrer Meinung nach um Intuition, Vertrauen, Ausprobieren, den Sprung wagen und Aushalten – genau in dieser Reihenfolge.

Dass Female Empowerment nicht ausschließlich ein Thema ist, das Frauen betrifft, betonte Stephan Noller, Gründer des Startups ubirch.

“Indem wir Mädchen für IT begeistern, sorgen wir langfristig für Gleichberechtigung in allen Berufen, die uns in der Zukunft erwarten.”

„Man muss Lobbying für sich selbst betreiben, um seine Botschaft zu verbreiten.“

 
Last but not least sprach Regina Haas-Hamannt, Innovationsmanagerin bei GS1 Germany, über das Thema Personal Lobbying:

“Früher war ich davon überzeugt, dass ich Glück hatte, dort gelandet zu sein, wo ich hin wollte. Heute weiß ich, dass es kein Glück war, sondern schlichtweg die Tatsache, dass ich gut in dem war, was ich tat. Frauen müssen lernen, selbstbewusst aufzutreten, sich dabei aber stets treu zu bleiben und eine klare Botschaft verbreiten.”

 

„Wenn eine Löwin ein Zebra erlegt, frisst sie zuerst selbst davon und holt dann das Rudel und ihre Jungen.“

 
Muriel Böttger, Gründerin von Share & Grow, ist Psychologin und spezialisiert auf Positive Psychologie. Ihren Vortrag Persönliche Grenzen & Was sie dir bringen leitete sie auf eine ungewöhnliche und doch Art und Weise ein. Sie bat alle Teilnehmer, sich den jeweiligen Sitznachbarn zu schnappen und herzlich zu umarmen. Erstaunlicherweise machte es nicht den Anschein, den Anwesenden unangenehm zu sein. Die Message der Geste? Seine persönlichen Grenzen kennen und lernen, diese zu respektieren. Ferner ging sie auf den Aspekt der Selbstliebe ein und betonte, wie wichtig es ist, auf seine eigenen Instinkte zu achten.

„Sich selbst an erste Stelle zu setzen, hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit gesunder Eigenliebe – das ist ein Riesenunterschied. Nur so können wir für andere da sein.“

Im Anschluss nahm sich Katrin Reuter einem Thema an, über das nur selten gesprochen wird. Mit der Frage “Können wir uns die Pille noch leisten?” sorgte die Gründerin von trackle, einem Temperatursensor zur Familienplanung, zunächst für jede Menge Fragezeichen in den Gesichtern der Teilnehmer. Schnell wurde jedoch klar, dass die wahre Fragestellung sich darauf bezog, ob wir es uns leisten könnten, NICHT ZU WISSEN. 

„Eines meiner größten Erkenntnisse während der Gründung von trackle war, wie tabuisiert das Thema Verhütung ist. In meiner Filterblase war das absolut anders. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten, nicht zu wissen.“

 

Nach einem eindrucksvollen Tag, der selbst Frauen Einiges gelehrt haben darf, sind wir uns sicher, dass Ruth Bader Ginsburg’s Zitat Substanz hat:„Women belong in all places where decisions are being made… It shouldn’t be that women are the exception.“

Du hast den Female Empowerment Summit verpasst? Hier kannst du dir die Präsentationen der einzelnen Speaker nochmal anschauen!

 



Kommende Events

  • Tuesday, 22.01.19, 17:00 - 20:00 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln

  • Tuesday, 22.01.19, 19:00 - 21:00 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln

  • Thursday, 24.01.19, 18:30 - 22:00 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln

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