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Gunter Dueck. Ein Porträt

13. März 2013, 14:39 :: Allgemein

Autor: lgraef

Der Traum von der Exzellenzgesellschaft

Prof. Gunter Dueck auf der SQS Konferenz 2006 DüsseldorfGunter Dueck ist ein Mathematiker und Philosoph, der sich das Ziel gesetzt hat, die Welt zu verbessern. Dueck ist ein Querdenker, ein Wild Duck, wie er während seiner Zeit als Chief Technology Officer bei IBM genannt wurde. Er beschäftigt sich mit dem Wandel der Welt durch die Technologisierung und sucht nach dem idealen Menschen für die Zukunft. Der Schriftsteller sieht den schmerzhaften Umbruch durch umwälzende Innovationen als Chance für eine bessere Welt.

Dueck wurde mit einer Trilogie philosophisch-satirischer Bücher bekannt, in denen er seine eigene Philosophie verfasste. Die Grundlage für diese Arbeiten war eine fundamentale Kritik an der heutigen Arbeitswelt. Er setzt sich mit unserer Effiziensgesellschaft auseinander, in der immer mehr Leistung gefordert wird, auch von Menschen, die dies nicht leisten wollen oder können. Für ihn ist das Prinizip des Immer-besser-seins der falsche Weg. „Heute regiert eher kurzfristiges Denken und Handeln, von Quartal zu Quartal – es wird entschieden, ohne die Folgen zu sehen.“ Er wendet sich von der Theorie des homo oeconomicus ab und fordert stattdessen eine wertorientierte ökonomische Vernunft. Die Wirtschaft soll nicht nur das Wachstum, sondern auch den Wohlstand fördern. Im Auf und Ab der Wirtschaft fordert Dueck von der Gesellschaft und von den Managern, sich auf das richtige Maß zu besinnen. Statt in guten Zeiten zu klotzen und Reichtümer anzuhäufen, die sie in schwachen Zeiten wieder verlieren, setzt er sich für etwas mehr Langsamkeit in der Wirtschaft ein.

Veränderungen in der Arbeitswelt

Die Mechanisierung der Landwirtschaft war für Dueck (Jahrgang 1951), der auf einem Bauernhof in Niedersachsen aufwuchs, prägend. Er erlebte, wie sich sein Leben durch das Aufkommen von Landwirtschaftsmaschinen grundlegend veränderte. Heute sind das Internet, die Technologisierung und Globalisierung für solche tiefgreifenden Veränderungen verantwortlich.

Die heutige Arbeitswelt ändert sich durch die Technologisierung grundlegend. Immer mehr Maschinen nehmen den Menschen Arbeitsschritte ab. Vor allem Beschäftigung für Geringqualifizierte fällt dadurch weg. Menschen müssen heute immer mehr können, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Dueck fordert daher eine Umorientierung in der Arbeitswelt. Die Gesellschaft soll sich zu einer Exzellenzgesellschaft wandeln. Die Chance zum Überleben in der Zukunft liegt für ihn in der Bildung. Dueck will dafür das Bildungssystem grundlegend verändern, so dass statt reiner Wissensvermittlung die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen im Vordergrund steht. „Gesucht werden runde Persönlichkeiten – das sind genau die, die alle Technologie bei der Arbeit nicht ersetzen kann.“ Die Menschen der Zukunft sollen Hochgebildete sein, die mit den Herausforderungen des Internets und der Globalisierung zurecht kommen. Dabei sollen sich die Menschen für die Arbeitswelt nicht mehr verbiegen müssen. Stattdessen fordert Dueck von den Managern ein Umdenken in der Personalführung. Jeder Mensch soll so sein und arbeiten dürfen, wie er ist.

Den Managern muss außerdem klar werden, dass hinter Innovationen Menschen stehen. „Das große Problem der Innovation ist das Umsetzen einer Idee, und nicht das Finden, wie immer bei Brainstormings suggeriert wird.“ Damit eine Innovation erfolgreich umgesetzt werden kann, muss das Umfeld dafür stimmen. Durch das Streben nach Profit lassen Unternehmen dies oft außer Acht. Dueck fordert Manager daher auf, bewusster mit Ideen und Innovatoren umzugehen.

Duecks Trilogie

Die theoretische Grundlage dafür bildet Duecks Trilogie. In „Omnisophie: Über richtige, wahre und natürliche Menschen“, identifiziert Dueck drei verschiedene Menschentypen mit unterschiedlichen Charaktereigenschaften. Das zweite Buch „Supramanie: Vom Pflichtmenschen zum Score-Man“ baut darauf auf. Dort beschreibt Dueck das heutige Denkmuster in der Arbeitswelt, das geprägt ist vom immer mehr leisten müssen. Alle Menschentypen müssen sich diesem Denkmuster unterordnen und so verbiegen, bis sie in dieses Schema hineinpassen. In „Topothesie: Der Mensch in artgerechter Haltung“ fordert der Philosph ein Umdenken. Statt die Menschen zu verbiegen, sollen die verschiedenen Typen ihre Eigenschaften ausleben können.

Dueck ist heute als Schriftsteller, Redner und Business-Angel tätig. Daneben ist er IEEE Fellow und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. STARTPLATZ lädt am 18.03. zum Vortrag mit Gunter Dueck.



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