Running Lean Workshop Recap - STARTPLATZ

Running Lean Workshop Recap

18. März 2014, 14:43 :: Allgemein

Autor: Matthias Gräf

Liebe Community, am Dienstag veranstaltete Kamil Barbarski einen Workshop zum Thema Running Lean!

Für alle, die an diesem hochinteressanten Workshop nicht teilnehmen konnten, haben wir hier für euch ein kleines Recap verfasst!

Die Teilnehmer am Workshop waren sowohl Vertreter von Großkonzernen, kleinen- und mittelständischen Unternehmen sowie Startups.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, erläuterte Kamil die Agenda des Workshops und stellte die Frage:“ Wie gelangt man von einem Plan A seiner Geschäftsidee zu einem skalierbaren Geschäftsmodell?“

Fokus der Veranstaltung lag auf dem Running Lean Modell von Ash Maurya. Doch was ist Running Lean überhaupt? Es ist ein Modell mit dem man die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Produkt- bzw. Geschäftsidee erhöht.

 

 

 

 

 

 

Dazu gibt es drei Meta-Prinzipien an die man sich halten sollte

1. Dokumentation des Plan A als Business Model

Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen einem Business Plan und einem Business Model. Der Business Plan ist eine mindestens 30-seitige Beschreibung des Unternehmens in Form eines Fließtexts und 3-5 jährigen Prognosen zu Finanzkennzahlen wie z. B. Umsatz und Gewinn. Die Ausarbeitung ist sehr zeitaufwendig und genaue Vorhersagen sind nur schwer möglich. Das Business Modell hingegen ist eine Darstellung der wichtigsten Teile eines Unternehmens auf einer Seite. Es kann meist schon in weniger als einer halben Stunde erstellt werden und bietet eine perfekte Grundlage für die Diskussion und weitere Ausarbeitung der Geschäftsidee.

Bei dem Running Lean Ansatz wird das Lean Canvas zur Darstellung des Business Models verwendet. Besonders wichtig dabei ist, dass der Fokus nicht nur auf das Produkt selbst, die „Lösung“, gelegt wird (App, Webseite, Dienstleistung, etc.), sondern,dass das ganze Business Model mit seinen Bestandteilen wichtig.

2. Identifikation des riskantesten Teile des Business Models

Das Business Model besteht am Anfang nur aus Hypothesen, die man nach und nach validieren sollte. Je nach Situation, Produkt, Branche oder Markt sind unterschiedliche Bestandteile die größten Risiken bei der Umsetzung einer Geschäftsidee.

Die riskantesten Hypothesen sollten so schnell wie möglich validiert werden – und wie validiert diese am besten? Ganz einfach, indem man mit Kunden, Beratern, dem Team und Investoren kommuniziert und so herausfindet, ob die eigenen Annahmen tatsächlich so sind wie man glaubt und.

3. Systematisches Testen des Business Models

Man testet systematisch den Plan A und führt Experimente im sog. „Build-Measure-Learn“ – Prozess durch. Außerdem baut eine möglichst einfache Produktversion (Minimum Viable Product), geht damit zu potentiellen Kunden, Partnern, etc. und misst die Reaktion auf das Produkt. Aus dem Feedback lernt man was funktioniert und was nicht.

 

Es war interessant, Dinge, über die wir uns bereits Gedanken gemacht hatten, nochmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Ich habe dadurch einige Denkanstöße bekommen und denke, dass jeder aus dem Lean-Ansatz die eine oder andere Anregung mitnehmen kann.

–        Hannah Lambeck, Gründerin von mitmission

 

Wie kann die Running Lean Vorgehensweise bei verschiedenen Geschäftsideen eingesetzt werden? Wo liegen die Schwierigkeiten bei der Validierung im Bereich B2C, B2B, Low-Tech und Hardware?

Bei B2C ist es schwer eine Validierung von den Kunden zu bekommen, da diese selten für Prototypen (MVPs) Geld ausgeben und auf eine perfekte Produktversion warten. Dafür kann man aber leicht mit Kunden in Kontakt kommen. Beispiele dafür sind Dropbox und Buffer.

Im B2B Bereich ist es dagegen schwieriger Kunden zu kontaktieren. Jedoch kann man dort für eine gute Lösung bereits Geld oder Unterstützung bekommen und bereitet so den zukünftigen Sales-Prozess vor. Beispiele dafür sind Usercycle und Intuit.

Im Low-Tech Bereich hat Kamil das Beispiel einer Restaurantkette aus den USA genannt. Das größte Risiko war hierbei, ob das Essen der Zielgruppe schmeckt. Die Gründer haben deshalb das Essen bis zur Perfektion in einem simplen Zelt getestet, bevor sie ein teures Restaurant gemietet und Arbeitskräfte eingestellt haben.

Im Bereich Hardware wurde das Beispiel von Litmotors vorgestellt. Das Unternehmen wollte sog. Gyrocars anbieten. Um das Risiko der Marktakzeptanz zu verringern, hat der Gründer ein Ladengeschäft gemietet und mit Hilfe potentieller Kunden einen Prototyp entwickelt. Ab einem gewissen Reifegrad hat er Vorbestellungen für das Fahrzeug entgegengenommen und dadurch die Produktion finanziert.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Theorieteil erfolgte eine Kaffeepause, bei der sich die Teilnehmer untereinander und mit dem Referenten austauschen konnten.

Im Praxisteil bekamen alle Teilnehmer eine Lean Canvas Vorlage zur Darstellung ihres eigenen Business Modells. Zunächst einmal mussten alle mehrere Zielgruppen für ihr Unternehmen aufschreiben. Anschließend wurden die Probleme bzw. Bedürfnisse definiert, die diese Zielgruppe hat. Im nächsten Schritt wurde dann die eigentliche Lösung für die Probleme, das Produkt, dargestellt. Zum Schluss sollten die Teilnehmer einen prägnanten Satz formulieren, der kurz das Unternehmen und die Lösung für ein Problem darstellt.

Als letztes ging Kamil Barbarski noch auf die verschiedenen Methoden der systematischen Validierung in der Frühphase einer Geschäfts- bzw. Produktidee ein.

Mafia Offer

Die Unternehmer führen Interviews mit den potentiellen Kunden über deren Probleme und Bedürfnisse, jedoch nicht über die Lösung, durch. Auf Basis des Feedbacks entwickelt der Unternehmer ein Angebot das perfekt zu den Kunden passt und, dass der Kunde nicht ablehnen kann.

Smoke Test Offer

Der Smoke Test ist eine Vortäuschung des fertigen Produkts, („Registrier dich hier“), um zu testen wie viele Leads man hat und wie viele Leute geklickt haben.

Pre-Order Offer

Die Leute bestellen die Produkte vor und bekommen sie, wenn sie produziert sind. Vorteil dabei ist ein günstiger Preis und bestimmte Extras für die Kunden. Beispiele hierbei sind Kickstarter und andere Crowdfunding Plattformen.

Das Feedback über den Workshop war so gut, dass wir die Veranstaltung jetzt regelmäßig durchführen werden. Der nächste Workshop findet am 1. April statt!

Wir freuen uns auf euch!



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