Erfolgreiche Startups im Interview - Studienkreis Online-Nachhilfe

Erfolgreiche Startups im Interview

7. November 2015, 07:22 :: Allgemein

Autor: Victoria Blechman

Studienkreis Online-Nachhilfe Gründer Maximilian Kröhnert erzählt im Interview von den Höhen und Tiefen der Unternehmensgründung und was er von der Rheinischen Startup-Szene hält.

1. Könnt ihr Studienkreis Online- Nachhilfe mit weniger als 50 Wörtern beschreiben?

[Max:] Wir sind ein E-Learning Startup der Studienkreis GmbH und bieten unseren Kunden Online-Nachhilfe an. Durch individuelle Förderung in Echtzeit via Internet gehen wir auf die Bedürfnisse des Kunden ein und schaffen das perfekte Matching zwischen Nachhilfe-Lehrer und Kunden.

 

 2. Wie seid ihr auf eure Geschäftsidee gekommen?

[Max:] Im Zeitalter der Digitalisierung lag die Überlegung nicht fern, das bisher existierende offline Business Modell zu digitalisieren. Uns war es von Vornherein wichtig, dass wir sehr gute Qualitätsstandards etablieren, da unser Angebot nur auf Vertrauensbasis funktionieren kann. Der Vorteil der Online-Nachhilfe besteht darin, dass wir aus einem großen Pool von Nachhilfelehrern mit unterschiedlichen Professionen und fachlichem Know-How schöpfen können. Mit sieben Tagen die Woche von 6.00 bis 24.00 Uhr bieten wir nicht nur flexible Arbeitszeiten für unsere Online-Nachhilfelehrer, sondern stellen uns auch auf die Bedürfnisse der Kunden ein, die neben Schülern, Eltern und Azubis auch zunehmend Studenten ausmachen.

 

 3. Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich euer Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?

[Max:] Das Basiskonzept steht noch. Es geht darum, die klassische Nachhilfe online möglich zu machen und das ohne Qualitätsverlust und mit einer hohen Flexibilität. In den letzten Monaten haben wir zusätzlich zwei  ganz neue Produkte eingeführt. Das ist darin begründet, dass zunehmend Studenten die Online-Nachhilfe in Anspruch nehmen und wir unser Angebot auf diese Zielgruppe angepasst haben. Neben dem Einzelunterricht bieten wir ab jetzt auf unserem neuen Portal auch Tutorien im Gruppenunterricht an und reduzieren dadurch die Nachhilfekosten für Studenten. Das bedeutet auch, dass wir Tutoren zur Verfügung stellen, die sich mit den speziellen Studieninhalten, z.B. die der Uni Köln, auskennen. Seit Anfang des Jahres ist zudem die sog. Sofort-Hilfe online, da wir zunehmend spontane Anfragen für Online-Nachhilfe erhalten haben. In der Sofort-Hilfe stehen täglich von 14.00 bis 21.00 Uhr Nachhilfelehrer für die Fächer Mathe, Deutsch und Englisch auf Abruf und ohne Termin zur Verfügung, wenn z.B. spontan Hilfe bei den Hausaufgaben oder einer speziellen Aufgabe benötigt wird.

 

 4. Was waren eure größten Schwierigkeiten, die ihr auf dem Weg überwinden musstet?

[Max:] Es gab verschiedene Dinge, die eine Rolle gespielt haben. In Deutschland mussten wir mit unserem Vorhaben Pionierarbeit leisten. Um das Vertrauen unserer Kunden zu gewinnen und ihnen anzubieten, Nachhilfe nicht nur offline, sondern auch online in Anspruch zu nehmen und ihnen dadurch einen erheblichen Zeitaufwand zu ersparen und ihnen einen großen Pool an Nachhilfe-Lehrern zur Verfügung zu stellen, galt es anfangs Überzeugungsarbeit zu leisten. Um der Entscheidung auf die Sprünge zu helfen, bieten wir kostenlose Probestunden an, damit unsere Kunden einen ersten Eindruck gewinnen können. Was mich freut ist, dass wir bisher eine durchweg positive Resonanz bekommen.

 

 5. Was war der entscheidende Faktor für euren Durchbruch?

[Max:] Für uns war es wichtig durch tägliche Kontinuität die Hürden zu meistern und den Überblick zu behalten. Unserer Erfahrung nach stellt sich der Erfolg ein, wenn

alle Bereiche, durch kontinuierliche Arbeit, mit der Zeit verbessert werden. Die Herausforderung bestand und besteht bei uns darin, das Produkt nicht aus dem Auge zu verlieren, aber auch nicht zu versäumen mal rechts und links zu schauen und entsprechende Anpassungen vorzunehmen, so wie wir es jetzt mit unserem neuen Portal für Studenten getan haben. Das braucht ein Team, das an die Vision glaubt und Spaß an der Arbeit hat.

 

 6. Wenn ihr noch einmal von vorne anfangen könntet, gibt es irgendetwas, das ihr anders machen würdet?

[Max:] Ja, in ganz vielen Bereichen. Aber ehrlich gesagt bereue ich das nicht, weil ich der Meinung bin, dass es wichtig ist Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das bringt einen persönlich und das gesamte Team voran und bringt manchmal neue Prozesse in Gang.

 

 7. Aus welchen Gründen habt ihr euch für Köln, bzw. den STARTPLATZ entschieden?

[Max:] Die rheinische Kultur ist in Köln sehr ausgeprägt. Damit meine ich eine offene Art und eine direkte Umgangsweise, die ich für den STARTPLATZ als sehr vorteilhaft empfinde. Wir haben uns den STARTPLATZ ausgesucht, weil die Szene viel Potenzial hat. Als Inkubator und Gründerhotspot bietet der STARTPLATZ viele Möglichkeiten für den Austausch, sei es einfach nur um zu diskutieren oder für ein professionelles Feedback. Allerdings gilt es auch hier die Initiative zu ergreifen und bewusst Leute anzusprechen.

 

 8. Wie beurteilt ihr die Rheinische Startup-Szene und was wünscht ihr euch noch?

[Max:] Köln birgt viel Potenzial. Natürlich sind internationale Städte wie Berlin, Hamburg und München zurzeit mehr auf dem internationalen Radar, d.h. sie ziehen im Durchschnitt mehr Investoren an. Was ich mir wünsche ist, dass wir unsere Denkweise weg von einem Konkurrenzdenken zwischen den Städten hin zu einer gemeinsamen, deutschen Startup-Szene ändern, innerhalb der man sich auf Augenhöhe begegnen kann. Denn auch Köln hat viel zu bieten. Neben den Studenten wird Köln, aber beispielsweise auch Düsseldorf, zunehmend internationaler. Und wie bereits erwähnt, kann ich die rheinische Einstellung, ein freundliches Miteinander, nur begrüßen.

 

 9. Wenn ihr Startups und Gründern noch einen Tipp geben könntet, was wäre das?

[Max:] Habt keine Angst davor, Fehler zu machen und euer validiertes Learning daraus zu ziehen. Vernetzt euch mit Leuten, die ähnlich denken wie ihr und habt keine Hemmnisse jemanden anzuschreiben – falscher Stolz ist da fehl am Platz! Sprecht mit so vielen Leuten wie möglich, weil es eben doch den einen oder anderen Fehler gibt, den man durch Feedback vermeiden kann.



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