What the FinTech #2 - Rückblick

What the FinTech #2 – Rückblick

9. Oktober 2015, 15:31 :: Allgemein

Autor: Matthias Gräf

Am 8. Oktober versammelten sich Experten und Interessierte rund um das Thema FinTech hier bei uns im STARTPLATZ. In spannenden Vorträgen und Pitches wurde darüber diskutiert, wie weit die Digitalisierung im Finanzsektor bereits vorangeschritten ist und was in Zukunft auf uns zukommen wird.

Ob Mobile Payments, Blockchain, P2P-Lending oder Crypto-Currencies – im Finanzsektor ist vieles im Umbruch und immer mehr FinTechs kommen auf den Markt. Aber welche Auswirkungen hat diese Entwicklung für den deutschen Bankenmarkt und wo stehen wir im internationalen Vergleich?

Den Anfang unserer „What The FinTech #2“ Konferenz machte Jochen Siegert von Traxpay und beleuchtete in seinem Vortrag die Vorteile innovativer FinTechs und sprach über die Problematik von Kooperationen zwischen Banken und FinTech-Startups. Als großen Vorteil von FinTechs stellte er vor allem die Fähigkeit Kundenbedürfnisse zu verstehen in den Vordergrund. Während Banken ihre Kunden mit veralteten Überweisungsträgern oder „IBAN, dem Schrecklichen“ nervten, schafften FinTechs User Experience. Jochen Siegert mahnte jedoch ebenfalls, dass FinTechs gerade zu Beginn oftmals unrealistisch planten und Fehleinschätzungen über ihre aktiven User anstellten oder ihren Reach mit dem Market Share gleichstellten. Außerdem stellte er Kooperationen zwischen Banken und FinTechs in den Fokus. Es stehe außer Frage, dass beide voneinander profitieren können – Banken von den agilen und innovativen Prozessen der FinTechs und FinTechs von dem globalen Netzwerk und den bereits etablierten Regulationen der Banken. Aber es handele sich dabei um eine „fragile Coopetition“, denn aus diesen Kooperationen ließe sich schwer erkennen, welcher Partei das Frontend und die Kunden schlussendlich gehörten.

IMG_6524  IMG_6496   IMG_6560      Jana Koch

Auch Jana Koch von der comdirect sprach über die Kooperationen zwischen FinTechs und Banken – vor allem jedoch über die Vorteile. Mit der Startup Garage plant der Bankenriese Innovation zu fördern und den Austausch untereinander voranzutreiben.  Für das dreimonatige Programm können sich Teams mit einer Idee aus dem Bereich Digitale Finanzen bewerben und werden von der comdirect in der Erstellung des MVP unterstützt – comdirect zahlt dabei „Pizzageld“ und ist in keiner Weise an den Ideen beteiligt.

Ähnlicher Meinung war ebenfalls Martin Merl von der Bank-Verlag GmbH. Bei der Zukunftsfrage „Wer frisst wen..?“ konzentriere man sich zu sehr auf den Wettbewerb zwischen Banken und FinTechs und würde somit Apple, Amazon, Google und Co. aus dem Blick verlieren, die, wie mit Apple Pay beispielsweise, bereits in den Finanzsektor eingetreten sind und damit ein weitaus größere Gefahr darstellen. Aus diesem Grund begrüßt der Bank-Verlag die Zusammenarbeit mit Startups und hat sich mit dem Produkentwickler-Team von Railslove zusammengetan, um eine offene API zu entwickeln, die Startups und Dritten den Zugriff auf die Informationen des Bank-Verlags ermöglicht.

Trotz der rapiden Entwicklungen im FinTech-Bereich, liegt Deutschland mit Hinblick auf Investitionen in FinTechs im internationalen Vergleich noch weit hinten und belegt hinter UK, USA, Schweden, aber auch Israel, Finnland und der Tschechischen Republik nur den 8. Platz. Peter Barkow von Barkow Consulting warnte davor, dass Deutschland in diesem Bereich nicht den Anschluss verpassen dürfe und das FinTech-Potential ausnutzen muss, anstatt die Augen davor zu verschließen. Von den großen Banken seien lediglich die Commerzbank und teilweise die Sparkasse als VC aktiv – dort sieht Peter Barkow großen Nachholbedarf.

Im zweiten Abschnitt der Konferenz präsentierten die Teams von Voola, Decimo und dwins in siebenminütigen Pitches, wie sie die Finanzbranche revolutionieren wollen. Ob Suchmaschine für Finanzprodukte, flexibles Factoring für Freiberufler oder spielend leichter Kontowechsel, die pitchenden FinTechs überzeugten das Publikum.

In einer spannenden Podiumsdiskussion, moderiert von Boris Janek von Finance Zweinull, spiegelten die Experten Ralf Heim von Fincite, Martin Merl, Peter Barkow,  Tobias Ehret von der Deutschen Postbank AG und Matthias Lais von main incubator ein letztes Mal den Status Quo und die Zukunft der Finanzbranche wider.

Wir bedanken uns bei allen Referenten und den Zuschauern, die die „What the FinTech #2“ zu einem vollen Erfolg gemacht haben – wir freuen uns auf das nächste Mal. Besonderer Dank gilt außerdem unseren Sponsoren, dem Bank-Verlag, Railslove und Fintech Weekly.



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  • Thursday, 28.10.21, 18:00 - 19:30 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln

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