Die erste Messe als ausstellender Gründer: 6 Tipps für gutes Gelingen

Die erste Messe als ausstellender Gründer: 6 Tipps für gutes Gelingen

28. Mai 2019, 15:03 :: Allgemein | Community | Corporate Services

Autor: Janina Singh

Fachmessen gibt es für praktisch jede Branche. Sie stellen ein wichtiges Schlüsselelement für jeden Geschäftstreibenden dar, da sie es zeitlich und räumlich stark komprimiert und damit zielgerichtet ermöglichen, sich sowohl über die Branche zu informieren als auch in direkten Kontakt mit Kunden und Konkurrenten zu treten. Allerdings sind Messen gerade für Aussteller-Neulinge oft auch mit viel Arbeit verbunden. Nachfolgend geben wir dir 6 Tipps an die Hand, die deinen ersten Messeauftritt als Aussteller zum echten Erfolg machen.

1. Sei bei der Größe bescheiden

 
Als Gründer bist Du mit dem Ziel in die Unternehmenswelt eingestiegen, eine beutende, höchst erfolgreiche Firma zu leiten. Allerdings liegen diese Erfolge heute noch in der Zukunft.

Jetzt, vor deiner ersten Messe, bist Du „nur“ Gründer. Das soll keineswegs negativ klingen, aber durchaus für dich Leitstrahl sein. Denn von einem Startup erwarten die meisten Messebesucher, dass es sich seiner noch geringen Größe entsprechend präsentiert.

Ein großer, imposanter Stand würde dir gewiss viel Aufmerksamkeit einbringen. Allerdings nicht nur der positiven Sorte. Tatsächlich würde er falsche Signale senden und hätte höchstwahrscheinlich Nachteile. Etwa folgendes:

  1. Stellplätze und Messestände kosten Geld, bei großen Messen sogar sehr viel Geld. Nicht wenige könnten der Ansicht sein, dass Du mit einem großen Stand zu viel davon für eine unangemessene Imposanz ausgibst. Und es würde dich auch ganz real viel gutes Geld kosten.
  2. Dein Startup würde größer wirken als es der momentanen Realität entspricht. Manche würden das als Übertreibung auslegen.
  3. Je größer der Stand, desto mehr Helfer benötigst Du, um jeden, der sich informieren möchte, zu betreuen. Du muss diese also entweder aus deinem Firmen-Team nehmen, was den Betrieb während der Messetage hemmt, oder auf Hostessen und dergleichen setzen.

Ein letzter Punkt ist die optische Wirkung von Größe: Einen kleinen Stand lassen schon fünf gleichzeitige Besucher gut gefüllt und somit interessant wirken. Ein großer Stand hingegen wirkt selbst mit eigentlich vielen Besuchern nie wirklich „proppenvoll“.

Unsere Empfehlung: Nimm dir entweder den kleinst-möglichen Einzelstand oder informiere dich im Vorfeld darüber, ob es eine Möglichkeit gibt, sich mit mehreren zusammenzutun – vielleicht mit anderen Startups oder auch im Bereich einer Kooperation mit Kammern, Verbänden etc.

Tipp: Falls du allein einen Stand betreibst, orientiere dich in Richtung Eckstand. Doppelte Präsentationsfläche, doppelte Sichtbarkeit.

2. Dein Stand muss professionell sein

 
Es ist für die allermeisten Messebesucher in Ordnung, wenn ein Startup nur einen kleinen Stand betreibt.

Mit dem Look dieses Standes steht und fällt jedoch alles. Da sind unauffällige oder Selbermacherlösungen kontraproduktiv. Auch dein kleiner Stand sollte aufregend wirken, sollte ein Eye-Catcher und Ausdruck für dein professionelles Selbstverständnis sein.

Anders ausgedrückt:
Was dir an Größe fehlt, musst Du durch Design wieder wettmachen.

Dazu ist es notwendig, Geld aus deinem Marketing-Budget in die Hand zu nehmen und sich mit einem professionellen Stand-Gestalter zusammenzutun. Du gibst die Leitlinien vor, etwa deine Corporate Color, bestimmte Schreibweisen, Schrifttypen und dergleichen.

Das Design übernehmen die Profis. Dabei solltest Du auch bedenken, dass es keine einmalige Ausgabe ist. Clever geplant kannst Du diesen Stand häufiger einsetzen, wodurch sich seine Kosten rasch kompensieren.

Messen TippsGleich nach dem Gründer ist sein Team der kompetenteste Ansprechparner für Messegespräche. Externe Helfer solltest du nur für Routineaufgaben engagieren.
 

3. Nimm deine Leute mit

 
Was Du möchtest, ist, dass dein Stand gut besucht wird. Allerdings sorgt das für ein Problem: Du wirst nicht in der Lage sein, alle Gespräche persönlich durchzuführen. Schon wenn Du dich gerade mit einem potenziellen Kunden unterhältst und ein zweiter hinzukommt, brauchst du Helfer – einmal ganz abgesehen vom realen Problem, dass mehrere Messetage stark auf die Stimmbänder gehen.

Wir empfehlen, diese Unterstützer primär aus deinem Unternehmen zu rekrutieren. Denn:

  1. Deine Leute arbeiten für ihre Firma. Das sorgt automatisch für mehr Elan.
  2. Sie haben einen viel tieferen Einblick in die Materie, haben die Basics im Kopf, können effektiver erklären.
  3. Als deine Angestellten bereiten sie dir keine zusätzlichen Kosten.

Du als Gründer hast damit den Rücken frei. Allerdings benötigen auch deine Leute ein Mindestmaß an Vorbereitung:

  • Dinge, die besonders hervorgehoben werden sollen.
  • Eine klare Rollenverteilung, wer für was zuständig ist und was in welchem Fall zu tun ist.
  • Ein Zeitplan – Messen sind anstrengend und Du möchtest dich auch an anderen Ständen umtun.
  • Einen konkreten kurzen, knackigen Pitch, damit alle gleichgut punkten können.

Externe Messehelfer solltest du, falls das an deinem kleinen Stand nicht sowieso überflüssig ist, nur für niedrigschwellige Dinge einsetzen – Flyer aushändigen, Kaffee servieren usw.

4. Besser zu viele Materialien als zu wenige

 
Das Schöne an Messen sind die unterschiedlichen Kontakt-Ebenen. Es kann durchaus als persönliches Gespräch en Detail stattfinden. Ebenso kann es jedoch auch nur ein kurzer Plausch sein oder bloß das Aushändigen von Infomaterialien.

Doch genau diese Materialien sind es, bei denen viele Gründer vor der ersten Messe viel zu knapp kalkulieren.

Informiere dich darüber, wie viele Besucher die Messe zuletzt hatte – ähnlich viele Flyer, Visitenkarten und andere günstige Druckmaterialien sollten mitgenommen werden. Je mehr davon verteilt werden, desto besser.

Hier gilt „die Masse macht’s“ denn Du möchtest, dass dein Unternehmen auch denen im Kopf bleibt, die nicht die Zeit hatten, sich lange am Stand aufzuhalten.

Ebenfalls enorm wichtig ist es, dass du einen wichtigen weiteren Baustein zum Aushändigennicht vergisst: Giveaways. USB-Sticks und ähnliche Speichermedien sind der Schlüssel dazu. Sie enthalten außen dein Firmenlogo, deine Farben und wirken somit als Gedächtnisstütze. Darauf sollten sich immer so viele Infomaterialien wie möglich befinden, um keine Fragen mehr offenzulassen.

Hier solltest du ruhig freigiebig sein. Also besser ein aufregendes Design, ein möglichst großer Speicherplatz. Du willst ja, dass der Stick künftig immer wieder genutzt und somit bemerkt wird.

Was du sonst noch mitnehmen solltest:

  • Der klassische Kugelschreiber
  • Falls es die Ausrichtung deines Startups ermöglicht, Miniaturvarianten von Produkten des Portfolios, etwa als Schlüsselanhänger
  • Genuin nützliche Dinge zwischen Einkaufswagenchip und Mikro-Taschenlampe

Und natürlich das Herzstück: Eine große, gut tragbare, auffällig mit deinem Logo bedruckte Tragetasche voller Infomaterialien. Groß deshalb, weil du möchtest, dass jeder, der die Tasche bekommt, im Idealfall die Infomaterialien aller anderen Standbetreiber darin unsichtbar verschwinden lässt.

Tipp: Auf weitläufigen Messen kannst du statt der Tasche auch auf günstige Falt-Trolleys aus Pappe setzen, weil man dort automatisch sehr viele Materialien bekommt.

5. Sei ein guter Standnachbar

 
Natürlich sind alle, die neben dir Stände aufgebaut haben, potenzielle Konkurrenten. Dennoch gibt es auf Messen einen gewissen „Kodex der Koexistenz“. Bedeutet, man macht sich nicht gegenseitig das Leben schwer.

Lichtshows, laute Imagefilme in Dauerschleife und dergleichen sind vielleicht auffällig, auch im positiven Sinn. Aber sie werden nicht nur für dein Team irgendwann ziemlich anstrengend, sondern auch für alle, die neben euch oder gegenüber ihren Stand haben.

Messen TippsAuf den meisten Messen stehen die Stände dicht an dicht. Mit lauter/greller Effekthascherei macht man sich da nur gegenseitig das Leben schwer.

 6. Nimm die abendlichen Veranstaltungen mit

 
Auch wenn du nicht den ganzen Tag durch die Messehallen gelaufen bist, wirst du abends körperlich und geistig ausgelaugt sein – erst recht, wenn Du den ganzen Tag lang deine besten Messe-Manieren vorgezeigt hast.

Allerdings wäre es ein Fehler, auf direktem Weg dein Hotel anzusteuern. Es wird zum Feierabend meistens irgendwelche Veranstaltungen geben. Das eine Unternehmen lädt in ein Restaurant, vielleicht hat eine Kammer ein Bankett vorbereitet.

Und es ist sehr empfehlenswert, dass Du und dein Team bei so vielen wie möglich davon anwesend sind.

Denn in der dortigen, gelösten Atmosphäre werden viele wichtige Weichen gestellt, werden die Gespräche geführt, für die im Andrang des Tages keine Zeit war.

Natürlich ist das anstrengend, aber es kann ebenso viel, wenn nicht gar mehr für den Erfolg deines Unternehmens bringen wie der ganze Tag selbst.

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