Erfolg will geübt sein: Die 5 größten Startup-Challenges und wie du sie meisterst - STARTPLATZ

Erfolg will geübt sein: Die 5 größten Startup-Challenges und wie du sie meisterst

26. Juli 2019, 07:15 :: Community

Autor: Olga Rube

Die Startup-Szene in NRW wächst konstant und scheinbar unaufhaltsam. Und damit auch der Druck auf frisch gebackene Unternehmer, die sich unter den Big Playern, die profitable Märkte beherrschen, behaupten müssen. Wer unter den rapide wachsenden Startups bestehen will, braucht von einer bestimmten Charaktereigenschaft eine besonders großzügige Portion: Durchhaltevermögen. Wir haben in unserer Community nachgefragt und über die größten Startup-Challenges diskutiert – und über jene Maßnahmen, die frisch gebackene Gründer schon früh ergreifen sollten, um den Stolpersteinen, die den Weg zum Unternehmenserfolg blockieren, gekonnt auszuweichen. 

Ein Gründer muss Multitalent sein

 
Was es heißt, mehrere Disziplinen gleichzeitig beherrschen zu müssen, weiß wohl kaum jemand besser als Ralf Blum. Als Gründer von MANiLAB, einer Kölner Agentur für Innovation und Veränderung, begleitet der Innovationsberater und InsurTech-Experte, Banken, Sparkassen und Versicherungen bei ihrem digitalen Transformationsprozess. Der Mehrfachgründer ist zudem Mitglied der Geschäftsleitung der FINCON Unternehmensberatungs GmbH und kennt somit die vielen Facetten, die ein Unternehmer bei einer Gründung durchlebt. 

“Als Unternehmer entwickelt man sich unfreiwillig zum “Tausend-Sasser”. Einerseits toll, weil die Lernkurve extrem steil und motivierend ist. Gleichzeitig bedeutet diese Aneignung von Wissen aber auch, dass bei vollem finanziellen Risiko wenig Zeit zum Durchatmen bleibt. Auch mit einem guten Team an der Seite bleibt es zu Beginn erstmals so, dass der Gründer auf der einen Seite Ideengeber, andererseits aber auch Entwickler und Vertriebler ist. Und wenn das dann auch noch gut gelingt, ziehst du sogar Projekte und Aufträge an Land, die so schnell wie möglich bearbeitet werden wollen. Da kommt man als Gründer schon schnell mal an seine Grenzen,” so Blum.  

Ein Gründer muss priorisieren können

 
Community-Events, Pitches, Meetups, Workshops – das Veranstaltungsportfolio in Startup Inkubatoren und Coworking Spaces ist oft bunt gemischt und trifft mit seiner reichen Vielfalt so ziemlich jeden Geschmack. So haben Startup-Gründer und Freelancer oft das Luxusproblem, aus einem Sammelsurium an Events und Vernetzungsmöglichkeiten, das passende Format für sich zu wählen. Dass ein Überangebot seine Kehrseiten hat, bestätigt auch Florian Petri. Als Gründer des Sport Startups KERNWERK stellte er am eigenen Leib fest, wie schwer es sein kann, den Fokus zu wahren und zu identifizieren, welche Handlungen zielführend sind und welche dem Gründer unter Umständen die ohnehin knappe und wertvolle Zeit entziehen, ohne das Unternehmensziel anzusteuern. 

“Man kann nicht immer auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Ich denke das Wichtigste (und oft leider auch das Schwerste) ist zu entscheiden, was man NICHT macht. Darüber zu entscheiden, welche Aktion als nächstes die richtige ist, scheint meist einfach. Es erfordert jedoch viel Objektivität und konsequentes Handeln, darüber zu entscheiden, welches Event man lieber nicht besucht oder welche Partnerschaften man nicht weiter verfolgt. Für uns stellen diese kleinen, profanen Entscheidungen die wohl größte Herausforderung im unternehmerischen Alltag dar” so Petri. 

Ein Gründer sollte früh auf Kooperationen setzen

 
Zuhörer zu finden und das initiale Interesse des Kunden für das jeweilige Produkt oder die Dienstleistung zu entfachen, ist vergleichsweise einfach. Am Ende einen gewinnbringenden Auftrag zu generieren, ist die Königsdisziplin, an der sich viele Gründer zu Beginn die Zähne ausbeißen. 

“Viele Kunden sehen zu Beginn in der meist sehr überschaubaren Größe eines Startups des gegründeten Unternehmens die Gefahr, dass Projekte nicht bis zum Ende gebracht werden. Wir haben insofern darauf reagiert, als dass wir sehr schnell mit anderen Firmen kooperiert haben. Das hat sehr gut funktioniert. Zusammen ist man einfach stärker,” so Blum. 

Wie wichtig es für Gründer ist, insbesondere in der Anfangsphase die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen zu suchen, weiß auch Hendrik Gottschalk, Co-Founder des AR-Startups getbaff, eine App, die jegliche Oberflächen, Produktbeschreibungen und Bilder erlebbar macht. „Ich weiß noch wie ich nach den ersten Gesprächen mit großen Unternehmen meine Mutter anrief und sagte: „Wir haben es geschafft!“ Dass man es in diesem Moment noch längst nicht „geschafft“ hat, war mir damals noch nicht im Detail klar. Wir mussten akribisch weiterarbeiten und unsere Vision täglich aufs Neue in die Welt tragen, um den ersten großen Kunden zu gewinnen. Als wir dann soweit waren, ließ der zweite Kunde nicht lange auf sich warten. Mit der Anzahl der großen Partner, die ein Startup hat, wächst automatisch das Trust-Verhältnis zum Nutzer und man wird als Startup nicht mehr hinterfragt. Und auch dann ist noch längst nicht Schluss und es fängt erst richtig an, denn nur weil ein großer Partner gewonnen ist, heißt das noch lange nicht, dass dieser dann auch bereit ist, Geld dafür zu bezahlen. Letzteres zu erreichen, ist die wahre Königsdisziplin.“
 

Ein Gründer braucht eine solide Support Group 

 

Wer sich vernetzt, gewinnt. Aber warum eigentlich? Philipp Reinking, Freelance Softwareentwickler und Gründer von BotReach glaubt, dass drei Kernelemente für den Eintritt in eine starke Community sprechen: Der Transfer von Wissen, die gemeinsame Generierung von Ideen und die Möglichkeit, konstruktives Feedback zu erhalten. Darüber hinaus profitieren Startups, die regelmäßige Netzwerkmöglichkeiten wahrnehmen, von der Möglichkeit, wertvolle Kontakte zu knüpfen, die sich wiederum als potentielle Geschäftspartner oder Kunden entpuppen können. Wer sich früh ein Geflecht aus relevanten Beziehungen strickt und sich relevantes Know How aneignet, kann zu Beginn der Gründung Fehler vermeiden, die letztlich große Auswirkungen auf den späteren Unternehmenserfolg haben können.

„Der Zusammenhalt und die Unterstützung einer starken Community ist für jeden Gründer Gold wert und für mich persönlich einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass ich nie den Kurs verloren habe. Würde ich alleine in meinem ruhigen Kämmerlein an meinen Projekten arbeiten, wäre ich nicht ansatzweise so produktiv und kreativ wie ich es heute bin. Der regelmäßige Austausch von Wissen, Ideen und Feedback repräsentiert für mich das Erfolgstriangle, das mein Business kontinuierlich vorantreibt,” so Reinking.

Ein Gründer muss eine ausgeglichene Work-Life-Balance etablieren

 
Das Verhältnis zwischen Privatem und Beruflichem sollte sich idealerweise die Wage halten. Und doch ist genau das manchmal gar nicht so einfach. Gründer, die in den seltensten Fällen einen Nine-to-five-Job haben, können da schnell an ihre Grenzen kommen. Termine türmen sich reihenweise im Kalender, das Daily Business schläft nicht und zuhause wartet die Familie und das Privatleben. Wie also alles unter einen Hut bekommen?

“Wenn neben dem mit Hürden verbundenen Gründungsvorhaben auch noch eine Familie mit Nachwuchs und Co. versorgt und umsorgt werden möchte, läuft man schnell Gefahr, die Kontrolle über eine gesunde Work-Life-Balance zu verlieren. Mein großes Glück ist, dass ich mich bei allen vier Gründungen auf meine bessere Hälfte mit unseren zwei tollen Jungs als moralischen Beistand stützen konnte. Einmal gab es eine rote Karte. Mit einer kleinen Kurskorrektur ist der Frieden aber schnell wieder in unsere Familie zurückgekehrt“ sagt Blum. 

 


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