Hydro geht chancenreiche Kooperation mit dem STARTPLATZ ein und treibt Innovationsstrategie voran

4. Dezember 2018, 16:41 :: Interview

Autor: Olga Rube

Als neuer Plattformpartner des STARTPLATZ baut der internationale Aluminiumproduzent Hydro auf das starke Ökosystem des größten Gründerhubs im Rheinland und setzt mit dem Schulterschluss neue Impulse für die Entwicklung disruptiver Geschäftsmodelle. Im Interview mit Hartmut Janssen, Bereichsleiter Innovation & New Business Development, erfahren wir mehr über die Beweggründe für die Zusammenarbeit mit Startups und wie das Arbeiten in Startup-Atmosphäre für mehr Innovationskraft bei Hydro sorgen soll.

Hallo Hartmut, schön, dass wir heute hier sein dürfen! Kannst du Hydro kurz beschreiben?

“Hydro wurde vor 110 Jahren in Norwegen gegründet – damals fing alles mit der Produktion von Düngermittel an. Mit der Zeit ging das Unternehmen in einem Öl-, Schokolade-, Fisch- und Aluminum-Konglomerat auf. Heute agiert Hydro weltweit an über 150 Standorten in mehr als 40 Ländern. Seit ca. 12 Jahren fokussieren wir uns rein auf die Produktion von Aluminium. Der Konzern gliedert sich dabei in verschiedene Geschäftsbereiche auf: Bauxit & Alumina, Primary Metal, Energy, Rolled Products und Extruded Solutions. Das heißt wir sind entlang der gesamten Aluminiumwertschöpfungskette aktiv.

Das Thema Nachhaltigkeit nehmen wir sehr ernst. Zum zweiten Mal in Folge ist Hydro in diesem Jahr auf Platz 1 des Dow Jones Sustainability World Index gelistet worden.  Durch eine verbesserte Energieeffizienz und unseren Fokus auf das Thema Recycling treiben wir nachhaltige Prozesse stetig voran. Denn anders als bei anderen Werkstoffen kann Aluminium immer und immer wieder ohne Qualitätsverlust recycelt werden. Dadurch schaffen wir einen „Closed Loop“. Essentieller Bestandteil des Nachhaltigkeitsgedanken bei Hydro ist etwa die Förderung des Aluminiumerzes Bauxit in Brasilien. Wir sind in der Aluminiumbranche der No. 1 Player und wollen dieser Rolle auch beim Thema Nachhaltigkeit gerecht werden.”

Welche Märkte bespielt Hydro mit der Produktion von Aluminium?

“Im Rheinland haben wir ein besonderes Setup. Das Rheinwerk, die größte Aluminiumhütte Deutschlands, Alunorf, das größte Walzwerk der Welt und das Werk in Grevenbroich, das größte Walzproduktewerk der Welt, bilden ein einzigartiges Cluster in der Aluminiumindustrie. Unsere Forschung & Entwicklung in Bonn ist zudem nah dran und rundet das Cluster ab. Darüber hinaus produzieren wir an unseren weiteren Standorten in Hamburg sowie in Karmoy und Holmestrand in Norwegen. Wir beliefern die Automobil- und Transportindustrie, die Verpackungsindustrie, den Gebäude- und Bausektor wie auch die
Druckindustrie. Darüber hinaus stellen wir Aluminium für andere Industrieanwendungen her.

Welche Rolle spielen die Themen Innovation und Digitalisierung bei Hydro?

“Innovation ist seit vielen Jahren Thema bei Hydro. Da wir aus einer sehr klassischen Branche kommen und in Märkten agieren, die seit Jahrzehnten bestehen, müssen wir uns umso mehr fragen, was sich in der Gesellschaft ändert und was die Themen sind, die neue Generationen bewegen. Wir haben zudem festgestellt, dass wir uns Themen anders stellen müssen als bisher und haben uns schließlich gefragt, was es außerhalb unserer klassischen Vorstellungen gibt und wie wir gesellschaftliche Trends übersetzen können. Zusätzlich zu gesellschaftlichen Trends gehören aber auch technologische Disruptionen zu den Themen, denen wir uns widmen müssen, um etwa für die Digitalisierung der Industrie gewappnet zu sein. 

Vor zwei Jahren haben wir daher den neuen Bereich New Business Development gegründet, um Innovationsprozesse schneller voranzutreiben. Ein konkretes Projekt dieser Initiative ist ein Aluminium basierendes City Car Konzept. Die Idee bei der Konzeptstudie ist, einen durch wenig Platz und wenig Verbrauch gekennzeichneten Zweisitzer kleinster Klasse zu entwickeln, mit dem Anspruch die passive Sicherheit zu erhöhen. Als Konzeptstudie ist das Projekt fertig, nun wird an der technischen Lösung, wie etwa der Batterieintegration gearbeitet. Das Ziel ist es, künftig mit großen Automobilkonzernen zusammenarbeiten, um das Thema E-Mobilität gemeinsam voranzutreiben.”

STARTPLATZ und Hydro – wie passt das zusammen?

“Hydro ist im Vergleich zu STARTPLATZ ein alteingesessenes Unternehmen. Wir glauben, dass der Kontrast vom 110 Jahre alten Konzern zum gerade einmal sechs Jahre jungen und dynamischen Startup Inkubator & Accelerator diese Partnerschaft so besonders macht. Für uns bietet der STARTPLATZ insbesondere durch seine lokale Nähe und die damit verbundene Flexibilität einen gewissen Reiz. Zudem sind wir aber auch der Ansicht, dass man nicht nur aus sich selbst heraus innovativ sein kann. Es braucht Anreize von außen, mit deren Hilfe die allseits bekannte Scheuklappenmentalität aufgelöst werden kann. Es braucht Menschen, die anders denken und frischen Wind in Konzerne bringen. Durch unsere langjährige Erfahrung und unser weltweites Netzwerk sehen wir uns auf der anderen Seite aber auch als starken Industriepartner, der Startups das nötige Know-how vermitteln und gewissen Rückenwind verleihen kann.”

 

Wir bedanken uns bei Hartmut Janssen für das spannende Interview und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Hydro!

 

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