Wer ist Lorenz Gräf? Porträt eines Mehrfachgründers - STARTPLATZ

Wer ist Lorenz Gräf? Porträt eines Mehrfachgründers

16. April 2019, 16:28 :: Community | Erfolgsgeschichten | Gastbeitrag

Autor: Olga Rube

Im Jahr 2012 entschloss sich Dr. Lorenz Gräf dazu, gemeinsam mit seinem Sohn Matthias, etwas Einzigartiges zu kreieren. Das Etwas, das dem Rheinland noch gefehlt hat: eine Anlaufstelle für Startups, einen STARTPLATZ, der Jungunternehmern den Weg zum Erfolg ebnet. Ob der Multi-Entrepreneur vor knapp sieben Jahren ahnte, dass sein Vorhaben derartige Dimensionen annehmen und zum größten Startup Inkubator & Accelerator in NRW heranwachsen sollte?

Wer den STARTPLATZ zum ersten Mal betritt, kommt nicht umhin, den Geruch frisch gemahlenen Kaffees zu inhalieren und die vielen Menschen zu beobachten, die sich an der Getränketheke in gebannte Gespräche vertiefen. Der Blick dürfte dann recht schnell zur Rezeption schweifen, dessen grüne Wand die Porträtbilder von Lorenz und seinem Sohn Matthias Gräf schmückt. Direkt daneben die Hall of Fame: Eine bunte Startup-Wand inklusive Logos von mehr als 80 innovativen Startups der verschiedensten Branchen, die hier ihren Platz finden – aufstrebende Unternehmen, die der STARTPLATZ im Kölner MediaPark auf rund 4.500 qm und drei Etagen beherbergt.

Wie alles begann

 
Es ist der 3. Oktober 2012. Die ersten Mieter und Startups beziehen die 1.600 qm der dritten Etage im MediaPark 5. Eine neue Zeitrechnung beginnt für die beiden Gründer Lorenz und seinen Sohn Matthias Gräf. Schnell wächst in dem Bürokomplex, der den künstlich angelegten MediaPark-See und den imposanten KölnTurm überblickt, eine geräumige Arbeitsfläche für ambitionierte Unternehmer und Selbstständige heran. Viel wichtiger noch: ein kreativer Raum für Wachstum und Weiterentwicklung. In den darauffolgenden Jahren weitet sich das STARTPLATZ-Angebot immer weiter aus. 2014 wird das vierte Stockwerk bezogen, im November 2016 folgt die erste Etage. 1.600 qm werden zu 4.500 qm, 20 Teams im ersten Jahr weiten sich auf knapp über 100 aus. 2015 öffnete der STARTPLATZ einen weiteren Standort im Düsseldorfer Medienhafen, in dem rund 30 junge Unternehmen eine kreative Brutstätte zum Wachsen und zur Weiterentwicklung finden. Eine Datenerhebung aus dem Jahr 2018 spiegelt das rapide Wachstum wieder: 35.000 Besucher wurden allein vergangenes Jahr registriert, 1.690 neue Arbeitsplätze konnte der STARTPLATZ mit seinen ansässigen Startups schaffen. 151 Millionen € wurden bis dato sowohl in Alumni als auch aktuelle Startups investiert. Zahlen, die für sich sprechen.

“Dass der STARTPLATZ sich zu einem derart wichtigen Ort für die rheinische Gründerszene entpuppen würde, konnte ich vor sieben Jahren nicht ahnen. Das macht mich in gewisser Weise natürlich auch stolz. Wir haben als Coworking Space angefangen und haben uns zum Inkubator entwickelt, dann zum Accelerator. Seit kurzem sind wir in dem internationalen Access Rhineland Remote Accelerator involviert, mit dem wir unseren Accelerator von der regionalen Ebene auf die internationale heben wollen, auch um das Rheinland mit seiner überdurchschnittlich hohen Dichte an mittelständischen Unternehmen als internationalen & wirtschaftlich attraktiven Standort zu fördern.”

In Kürze wird es im STARTPLATZ zudem die Möglichkeit geben, durch die Blockchain in Startups zu investieren. Mittels sogenanntem STO (Security Token Offerings) sollen Gründer damit die Chance auf eine Finanzierungsmöglichkeit bekommen, die keine Anteilsausgabe beinhaltet. Startschuss des in dieser Form in Deutschland einzigartigen STO ist voraussichtlich der 9. Mai.
 

Coworker arbeiten zusammenCoworker arbeiten zusammen
 

Ein Mann – multiple Visionen

 
Um den Mann hinter der Entstehungsgeschichte des STARTPLATZ zu verstehen, bedarf es einer kleinen Zeitreise. Genauer gesagt ins Jahr 1998, als technische Neuentwicklungen rapide Fahrt aufnahmen und das Internetzeitalter zu einer Art Wildwestzeit machten. Das Phänomen Internet sollte auch ins Visier von Lorenz Gräf geraten, der mehr über das Aufsetzen von Internetanwendungen mittels PHP und MySQL erfahren wollte und 1993 die studentische Arbeitsgruppe Infosoc gründete, um sich Themen wie etwa Befragungsmethoden im Internet zu widmen. Fragebögen wurden aufgesetzt, ein eigener Fragebogen-Generator programmiert. Einige Zeit später wirkte er als Teil eines  vierköpfigen Projektteams aktiv bei der Entwicklung der Lehr-Lernplattform ILIAS mit. Den nötigen Unternehmergeist im Gepäck, bündelte der gebürtige Würzburger schließlich sein über die Jahre angeeignetes Wissen mit der angewandten Praxiserfahrung und gründete 1998 gemeinsam mit einem Kommilitonen aus Nürnberg das Marktforschungsunternehmen Globalpark (heute bekannt als Questback). Ein Unternehmen, das von Stunde Null an zum raketenartigen Aufstieg prädestiniert war und sich heute als Marktführer von Internetplattformen in Deutschland und Europa positionieren darf.

Vom Silicon Valley zum SiliKöln Valley

 
Kurz nach der Niederlassung einer Tochterfirma von Globalpark in New York geht es 2006 auf eine PHP-Konferenz nach San José im Silicon Valley. Eine Reise, die den intrinsischen Wunsch in dem promovierten Sozialwissenschaftler nährt, eine ähnliche Denkweise und Unternehmenskultur im Rheinland zu infiltrieren. Ein Mindset, das durch Kooperationen und Offenheit geprägt ist, besonders aber durch das “How can i help you?”-Prinzip, von dem die deutsche Startup-Szene vor sieben Jahren noch meilenweit entfernt war. Dass sich die Deutschen diesen Grundsätzen von Jahr zu Jahr nähern, davon ist Gräf überzeugt.

“Heute ist es um die Startup-Welt in Deutschland anders bestellt als noch vor ein paar Jahren. Ich glaube nicht, dass die Deutschen mentalitätsmäßig verschlossen sind. Vor sieben Jahren legte es vielmehr das Setting nicht nahe, Wissen zu teilen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Dieses fehlende Setting, das in Form eines Gründerhubs in Erscheinung tritt, sah ich damals als Lücke, die ich mit der Gründung von STARTPLATZ zu schließen gedachte.”

 

STARTPLATZ-Member tauschen sich an der Kaffeetheke ausSTARTPLATZ-Member unterhalten sich im Empfangsbereich
 

Der Schlüssel zum Erfolg

 
Über den Verlauf der Jahre konnte der STARTPLATZ-Gründer gewisse Verhaltensweisen von Gründern beobachten. Einige Startups scheitern, wohingegen andere rapide zum Erfolg kommen. Was seiner Ansicht nach die Charaktereigenschaften sind, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Startups entscheiden?

“Offenheit, Durchhaltevermögen und Leidenschaft sind hier die Schlüsselwörter. Wir haben seit der Gründung des STARTPLATZ eine Menge Startups begleitet. Eine Sache hat mich dabei stets überrascht: Es gibt viele herausragende Ideen und einige Gründer sind exzellente Hochschulabsolventen. Meiner Erfahrung nach ist es jedoch nicht der beste Studienabschluss und auch nicht die innovativste Idee, die sich durchsetzen. Viel wichtiger ist es, eine gewisse Grundmotivation zu etablieren und ein solides Durchhaltevermögen an den Tag zu legen. Wer bereit ist, hinter seiner Idee zu stehen und bei Misserfolgen weiterzumachen, ohne daran zu denken, aufzugeben, hebt sich von der Masse ab.”

Der STARTPLATZ in Zahlen

 
Was Startups für die schnelle Weiterentwicklung ihrer Ideen benötigen, ist ein robustes Fundament, eine Anlaufstelle, die für Kreativität und Wachstum steht. Dass der STARTPLATZ diesen Ort für die rheinische Gründerszene verkörpert, machen die Zahlen einer Datenerhebung aus dem Jahr 2018 deutlich: So sind es die 35.000 Besucher im vergangenen Jahr und die 108 innovativen Startups aus über fünfzehn Branchen, die den Inkubator & Accelerator mit Standorten in Köln und Düsseldorf zu einer Plattform für Wissenstransfer und Innovation machen, ebenso wie die Tatsache, dass stolze 151 Millionen € bis dato in bestehende Startups und Alumni aus dem STARTPLATZ investiert wurden, von denen mehr als 80 % noch aktiv sind.

Und auch das Rheinland als Metropolregion spricht für sich: 17 Millionen Menschen tummeln sich im großflächigen Ballungsraum von Köln und Düsseldorf in einem Radius von 100 Kilometern – eine Zahl, die untermauert, welche Rolle NRW als Hotspot für Industrie und Wirtschaft spielt. Eine Rolle, die der STARTPLATZ forcieren will: Mit seinen ansässigen Startups, deren Teammitglieder mitunter fast 50 Nationalitäten repräsentieren, konnte der Gründerhub 1.690 Arbeitsplätze schaffen und damit einen wichtigen Teil dazu beitragen, die Wirtschaft im Rheinland anzukurbeln. Diverse Veranstaltungsformate an beiden Standorten schufen zudem im vergangenen Jahr ein relevantes Fundament für Bildung und Wissenstransfer: 48 Community Events dienten der Stärkung des Netzwerks innerhalb der rheinischen Gründerszene, 250 Meetups ermöglichten den Austausch zu interessenspezifischen Themenfeldern. Experten verschiedener Fachbereiche standen Gründungsanwärtern und bestehenden Teams zudem in insgesamt 170 Sprechstunden mit Rat und Tat zur Seite.

Artikel erstmals erschienen in „Die Wirtschaft Köln“. In der PDF nachzulesen auf S. 30 & 31.
 

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