What is Design Thinking?

19. Januar 2016, 11:18 :: Aktuelle Trends | Allgemein

Autor: Victoria Blechman

Am 3. Februar findet unser Design Thinking Workshop im STARTPLATZ Köln statt. Die Referenten Sebastian Kummetz und Johanna Rosenbusch von den innovationradicals erklären hier, worum es bei dieser Methode geht.


Was ist Design Thinking und was steckt eigentlich dahinter?

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, die Analytik, Kreativität und Empathie in einem klar strukturierten Prozess miteinander verknüpft und binnen kürzester Zeit zu innovativen Lösungsansätzen führt. Aber wie funktioniert das und was sind eigentlich die wichtigsten Merkmale der Methode?

Fokus auf den Nutzer

Der vielleicht wichtigste Aspekt im Design Thinking ist der radikale Nutzerfokus. Bevor wir anfangen nach Lösungen zu suchen, geht es erst einmal darum, den Nutzer und seine Probleme und Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Das heißt: raus aus dem Büro und am Ort des Geschehens beobachten, Interviews führen und immer wieder nachhaken, um zu begreifen was wirklich dahinter steckt. Erst wenn wir die Probleme und Bedürfnisse des Nutzers durchdrungen haben, geht es in die Ideenfindung. Und auch hier gilt: Eine Lösung überzeugt erst dann, wenn sie ein konkretes Problem oder ein Bedürfnis des Nutzers tatsächlich löst bzw. befriedigt.

Arbeit in agilen, interdisziplinären Teams

Im Design Thinking arbeiten wir in interdisziplinären Teams, in denen unterschiedliche Hierarchie-Stufen, Arbeitsfelder, jung und alt etc. vertreten sind. Damit verfolgen wir den Ansatz, dass möglichst unterschiedliche Perspektiven ein kompletteres Bild der Welt ergeben und es dadurch möglich ist, wirklich innovative Lösung zu finden. Dabei arbeiten wir in Arbeitsgruppen von 4-8 Design Thinkern, denn kleine Teams  unterstützen einen agilen Entwicklungsprozess, der ohne lange Abstimmungsschleifen auskommt.

Design Thinking Tagesworkshop STARTPLATZ

Schnell Prototypen entwickeln & testen

Design Thinking zielt darauf, innerhalb von kurzer Zeit Lösungansätze zu entwickeln und diese mithilfe von Prototypen zu testen. Ein Prototyp beleuchtet dabei eine oder mehrere Kern-Funktionen eines neuen Produkts oder Prozesses. Erste, einfache Prototypen stellen wir mit Lego, Draht oder Pappe her. Alternativ arbeiten wir auch mit Rollenspielen, z. B. dann, wenn es sich um eine neue Dienstleistung handelt. Zu einem späteren Entwicklungszeitpunkt werden die Prototypen ausgefeilter und dazu verwendet, konkrete Aspekte einer möglichen Lösung unter realistischen Bedingungen zu testen.

Design Thinking in fünf Schritten

“Trust & follow the Process”

Design Thinking ist kein Hexenwerk, sondern ein Innovationsprozess, in dem bewährte Methoden sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die verschiedenen Design Thinking Schulen teilen diesen Prozess dabei in fünf bis sieben Phasen. Wir bei den innovationradicals nutzen diesen Fünf-Phasen-Prozess.

Phase 1: Problem (Re-)Definition

Die Problemstellung definiert den potentiellen Lösungsraum. Die (Re-)Definition des Problems ist im Design Thinking Prozess daher der erste Schritt, um den Lösungsraum zu öffnen oder zu schärfen. Aus der Fragestellung “Wir suchen nach einer Zahnbürste, die besser putzt, als alle anderen” kann durch eine Redefinition schnell die Suche nach einem “Produkt für die bestmögliche Mundhygiene” werden.

Phase 2: Need Finding

Hier geht es darum, den Nutzer und seine Schmerzpunkte (Pain Points), Wünsche und nicht bediente Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Dadurch entwickeln Design Thinker Lösungen (Produkte, Prozesse, Dienstleistungen), die der Kunde auch wirklich benötigt.

Phase 3: Ideation

Jetzt startet die eigentliche Ideen-Entwicklung. Groß und verrückt denken ist nicht nur erlaubt, sondern fördert auch die Entwicklung wirklich guter Ideen. Mithilfe von erprobten Ideenfindungsmethoden entwickeln Design Thinker schnell eine große Zahl Ideen und verknüpfen diese anschließend zu neuen Lösungskonzepten.

Phase 4: Prototyping

Diese Phase ist das Highlight für alle Bastel-Fans. Beim Prototyping werden Ideen möglichst schnell und unkompliziert visualisiert. Hier arbeiten wir mit Pappe, Schere und Kleber, Lego, Draht und ähnlichen Materialien. Bei Dienstleistungen bieten sich Rollenspiele oder kurze Stories an.

Phase 5: Testing

Mithilfe eines Prototyps holen Design Thinker schnelles Feedback von Anderen ein. Hier gilt es zuzuhören, denn Anregungen und Kritik helfen dabei, die Lösung weiter zu verbessern.

Design Thinking Tagesworkshop STARTPLATZ

Iterativer (Schritt für Schritt) Prozess

Wenn ein Design Thinking Team in einer der fünf Phase überhaupt nicht weiter kommt, ist das meistens ein Hinweis darauf, dass in den Phasen zuvor noch Wissen und neue Erkenntnisse zu holen sind. Das Team springt dann eine oder oder mehrere Phasen zurück und bohrt tiefer.

Anwendungsbeispiel: Der 25 $ Brutkasten für Frühgeborene in Entwicklungsländern  

In Entwicklungsländern ist die Sterberate von Frühgeburten auch heute noch erschreckend hoch. Gerade in ländlichen Gebieten ist das nächste gut ausgestattete Krankenhaus und damit ein lebensrettender Brutkasten oft Stunden entfernt. Das Problem: Gewöhnliche Brutkästen zum Preis von rund 20.000 $ sind für lokale Ärzte einfach nicht bezahlbar. Das Video zeigt, wie Studenten aus Stanford mit der Methode Design Thinking eine Lösung für 25$ entwickelten.


Der Design Thinking Workshop findet am 3. Februar im STARTPLATZ Köln statt. Hier könnt ihr euch als Teilnehmer anmelden: www.startplatz.de/event/design-thinking-in-a-nutshell-tagesworkshop



Kommende Events

  • Monday, 28.05.18, 18:00 - 21:00 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln

  • Tuesday, 29.05.18, 17:00 - 20:00 Uhr
  • STARTPLATZ, Im Mediapark 5, 50670 Köln
  • Peter Schmidt

  • Tuesday, 29.05.18, 18:00 - 22:00 Uhr
  • InVision AG, Speditionstraße 5, 40221 Düsseldorf

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