Corporate Identity: Warum die Firmen-Identität so wichtig ist und wie man sie mit begrenzten Startup-Mitteln erlangt - STARTPLATZ

Corporate Identity: Warum die Firmen-Identität so wichtig ist und wie man sie mit begrenzten Startup-Mitteln erlangt

7. Februar 2020, 10:23 :: Aktuelle Trends

Autor: Bianca Kuehn

Was ist – aus Marketingsicht – der absolute Super-GAU, der deinem Startup unterfahren kann? Folgendes: Jemand, der haargenau zur Zielgruppe deines Unternehmens und/oder seines Produkts gehört, sagt darüber etwas wie „nie gehört, wer soll das sein?“. Gerade als Startup stehen die Chancen, tagtäglich derartige Katastrophen zu erleben, leider sehr hoch. Und der Wirkmechanismus funktioniert sogar für deine Angestellten bzw. die, die es werden könnten.

Corporate Identity ist in diesem Umfeld ein wichtiges Heilmittel sowohl für dich wie deine Zielgruppe. Warum das so ist und vor allem wie Du mit kleinem Startup-Budget viel Identität erschaffen kannst – egal ob mit Stempel mit dem eigenen Logo oder gebrandeten T-Shirts, zeigen wir dir jetzt.
 

Eine feste Größe in einer veränderlichen Welt

 
Praktisch jeder Unternehmer hat Konkurrenten. Nur eine geringe Zahl agiert in Blue-Ocean-Szenarien, bei denen sie die alleinigen Haie im leeren Teich sind. Genau das ist auch das Problem: Ihr habt, selbst wenn ihr ein gutes, vielleicht gar revolutionäres Produkt besitzt, noch kein Standing – und die Konkurrenz wirft, selbst wenn sie auf der anderen Seite der Erdkugel sitzt, einen riesigen Schatten.

Hier kommt Corporate Identity ins Spiel. Eine Strategie mit vier Fingern:

  1. Corporate Design sorgt fürs optische Alleinstellungsmerkmal. Es gibt ein einheitliches Logo, einheitliche Schriftarten, einheitliche Farben, ja sogar einheitliche Kleidung und eine ebensolche Architektur der Räumlichkeiten. Das sorgt dafür, dass dein Startup nach innen und außen wie „aus einem Guss“ wirkt.
  2. Corporate Communication sorgt für Einheitlichkeit bei der Unternehmenskommunikation. Alles, was intern und extern kommuniziert wird, verfolgt einen roten Faden, der auch durch das Corporate Design vorgegeben wird – also beispielsweise das exakt gleiche Aussehen von Visitenkarten und Briefköpfen.
  3. Corporate Behavior sorgt für einen einheitlichen Ton beim Verhalten deines Unternehmens. Wenn geduzt wird, dann ohne Ansehen des „Rangs“ eines Mitarbeiters, wenn Werbung locker-fröhlich sein soll, dann in jedem Medium.
  4. Corporate Culture sorgt für ein einheitliches Werte-Skelett deiner Firma. Es umfasst den Charakter des Startups, auch Werte, etwa Umweltschutz, die herausgestellt werden sollen.

Du erkennst es schon, hier gibt es viele Schnittmengen zwischen den Punkten. Aber genau das ist ja auch so wichtig, damit es wirklich „rund“ wird.

Der Lohn dafür ist ein sehr wertvoller: Dein kleines, kaum bekanntes Startup bekommt einen eigenen Charakter, eine eigene Identität, eine Corporate Identity. Das ist nicht bloß für die Außenwirkung lebenswichtig. Es sorgt auch dafür, dass dein Unternehmen inneren Zusammenhalt bekommt, weil es da etwas gibt, das alles und alle miteinander verbindet – just beim Startup, das schlicht noch keine verbindende Geschichte vorweisen kann, kann man das nicht überschätzen.
 

Ein Logo muss her!

 
Dabei ist der wichtigste Schritt der, zunächst ein Firmenlogo zu bekommen – vergiss nie, wie sehr die meisten Menschen optisch veranlagt sind. Ein gutes Logo bleibt im Kopf. Außerdem fungiert es als wichtiger „Anker“, an dem sich alle nachfolgenden Prozesse der Corporate Identity festhalten, etwa Farben.

Doch wie designt man ein Firmenlogo, wenn man sich keinen teuren Grafiker leisten kann? Beginne damit, dass du dir das quelloffene Grafikprogramm GIMP besorgst und dir die Grundlagen erarbeitest. Das wird dir immens bei der digitalen Ausarbeitung helfen. Und dann:

  • Schau dir, nicht nur bei der direkten Konkurrenz, so viele Logos wie möglich an und notiere, was dir dabei auffällt. Das ist auch deshalb wichtig, weil dein Logo eigenständig sein muss.
  • Spiele mit Farben. Bedenke aber, dass die Logo-Farbe in jedem Fall dem Corporate Design bzw. vice versa entsprechen muss und zwar Hexcode-genau, nicht nur ungefähr. Außerdem muss dein Logo auch in Schwarzweiß gut aussehen.
  • Vermeide Klischees. Schau über die Google-Bildersuche und Stockfoto-Datenbanken, was man allgemein mit den Begriffen deiner Firmensparte bzw. dem Produkt verbindet – und lass es aus dem Logo heraus.
  • Schau deine Entwürfe in allen Größen an und lass andere ein Statement dazu abgeben. Stell dir vor, dass ein Logo, das groß perfekt wirkt, klein plötzlich zu einem undefinierbaren Linienbrei würde.

Und ganz wichtig: Nimm dir immer wieder Block und Stift und zeichne einfach drauflos. Es muss nichts Überkomplexes sein. Im Gegenteil, das KISS-Prinzip hilft deiner Zielgruppe, das Logo zu verinnerlichen.
 

Niedrigschwellig applizieren

 
Das Logo ist ein enorm wichtiger Schritt. Doch wenn es steht, muss es in die Welt getragen werden. Wenn du keine großen Summen dafür hast, gehe folgendermaßen vor:

  • Erstelle E-Mail-Signaturen und pflege sie ein.
  • Lass dir Stempel mit dem Logo anfertigen – das geht auch in kleinen Serien. Immer, wenn du künftig etwas zwischen Paketeingang und Arbeitsvertrag zu signieren hast, kommt der Stempel mit drauf.
  • Besorge Visitenkarten. Wenn du noch nicht viele Angestellte hast, am besten solche, die ohne persönlichen Namen auskommen – Firmenname, Logo, Kontaktdaten.
  • Besorg für dein Team T-Shirts oder Polohemden in Corporate Farbe mit dem Logo darauf. Achte aber darauf, dass es dezent wirkt, erst dann tragen deine Angestellten die Sachen vielleicht auch werbewirksam in der Freizeit, statt bloß als Berufsbekleidung.
  • Streiche mindestens den Besucherbereich deiner Firma, besser aber alles, in den aus dem Logo entstandenen Corporate Colors.
  • Lass dir entweder Briefpapier anfertigen oder sorge dafür, dass es bei Word eine Vorlage damit gibt, auf die jeder in der Firma zugreifen kann – so ist bei jedem Ausdruck dafür gesorgt, dass das Logo in gleicher Größe an der gleichen Position sitzt.
  • Wenn Du ein Produkt verkaufst, besonders online, lasse wetterfeste, kleine Aufkleber erstellen, die jeder Bestellung beigelegt werden. Es gibt genügend Menschen, die sowas aufs Auto und mehr kleben.

Und selbst wenn du es dir derzeit noch nicht leisten kannst, am Firmengebäude eine große Leuchtreklame anzubringen, solltest du dennoch zumindest ein Türschild in diesem Design anfertigen lassen – und falls nur dein Unternehmen in diesem Haus residiert, vielleicht auch stattdessen eine türblattfüllende Logo-Folierung anbringen lassen.
 

Benehmen und Kultur

 
Ein Logo ist unglaublich wichtig. Schon weil es vergleichsweise kostengünstig appliziert werden kann. Aber das darf noch nicht das Ende sein. Denn jetzt ist es an der Zeit, dich Corporate Behavior und -Culture zu widmen.

  • Überlege dir, wie das Firmenklima aussehen soll, wie die Mitarbeiter untereinander und mit den Vorgesetzten interagieren. Lies dich dazu auch in die unterschiedlichen Hierarchie-Strukturenein, die sind direkt damit verbunden.
  • Denke dir aus, wie du als Chef auftreten und wahrgenommen werden willst. Und notiere dir die Eckdaten, damit du dabeibleibst.
  • Überlege, wie dein Unternehmen nach außen gegenüber Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern usw. auftreten soll.
  • Definiere, was du mit deinem Unternehmen wirklich vertreten willst – und lerne, es zu leben.
  • Lege Eckdaten fest, die in allen Kommunikationsformen künftig übermittelt werden sollen.

Auf diese Weise bekommst du für ein ziemlich geringes Budget bereits ein sehr großes Stück Corporate Identity. Aber: Sei immer gewillt, ausgehend von dem jetzt applizierten „Kern“ weiterzugehen, zu entwickeln, zu verfeinern. Gute Corporate Identity kann Jahre zum Heranreifen brauchen – und auch, wenn der Markt es verlangt, angepasst werden müssen.
 

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