Digitale Venture Capital Finanzierung - Ein Interview mit Cashlink Gründer Michael Duttlinger - STARTPLATZ

Digitale Venture Capital Finanzierung – Ein Interview mit Cashlink Gründer Michael Duttlinger

17. Juli 2019, 17:00 :: Aktuelle Trends

Autor: Kerstin Düpper

Digital Venture Capital, Tokenized Securities, Blockchain. Das sind Begriffe, die für viele noch Fragen aufwerfen. Doch diese und einige andere Termini spielen bei der neuen Finanzierungsmöglichkeit durch digitale Wertpapiere eine große Rolle. Cashlink Gründer Michael Duttlinger bringt in in diesem Interview Licht ins Dunkle und erläutert die Digitale Venture Capital Finanzierung.

Hallo Michael! Gib doch bitte einmal für alle, die Cashlink noch nicht kennen, euren Elevator Pitch zum Besten.

„Ich heiße Michael Duttlinger und bin Geschäftsführer der Cashlink Technologies GmbH. Gemeinsam mit meinen Mitgründern Lars Olsson, Niklas Baumstark und Jonas Haag habe ich 2016 Cashlink gegründet. Wir sind ein Fintech aus dem Venture-Capital-Bereich und sitzen im Fintech-Hub der Deutschen Börse in Frankfurt am Main. Gemeinsam mit unserem Team verfolgen wir eine Vision: Durch einfach übertragbare Startup-Anteile – wir nennen sie digitale Wertpapiere – möchten wir möglichst viele Innovationen fördern. Cashlink vereinfacht also mithilfe seiner blockchainbasierten Infrastruktur den Prozess der Kapitalaufnahme für Startups. Für professionelle Investoren schaffen wir flexible, einfach übertragbare und nach deutschem Recht regulierte digitale Startup-Anteile in Form sogenannter “tokenized securities”. Dafür arbeiten wir mit zahlreichen Partnern zusammen – zum Beispiel mit euch, dem STARTPLATZ!“
 

Das Chashlink-Büro in Frankfurt. Vlnr.: Felix Schneider, Marie Samel und Michael Duttlinger
© Foto: Ivgenia Möbus

 

Digital Venture Capital, Tokenized Securities, Token, Tokenisierung von Assets,… Kannst du hier einmal Licht ins Dunkle bringen und für Laien erklären, worum es sich bei diesen Begriffen handelt und warum das aktuell für Startups und Investoren (oder solche, die es werden wollen) sehr spannend ist?

Venture Capital (alternativ Wagnis- oder Risikokapital) ist eine eigenkapitalbasierte Finanzierungsform, mit der Startups sich und damit maßgeblich die Entwicklung des eigenen Produkts finanzieren. Aktuell werden Investoren dabei als Gesellschafter ins Handelsregister eingetragen. Innerhalb des Unternehmens übernehmen die Investoren dann eine Funktion im Unternehmensbeirat und können mit Stimmrechten Beiratsbeschlüsse beeinflussen. Diese Stimmrechte haben einen hohen Wert, wenn ein Investor einen großen Anteil am Unternehmen hält. Wenn das jedoch nicht der Fall ist, können die Stimmrechte marginal und die Teilnahme an regelmäßigen Beiratssitzungen zur lästigen Pflicht werden. Gleichzeitig ist die Beteiligung des Investors auch lange gebunden und illiquide. Hier knüpfen unsere digitalen Wertpapiere an: Sie bilden auf der Blockchain Unternehmensanteile ab, die als “tokenized securities” bezeichnet werden. In der Umgangssprache hat sich bei Vielen der Begriff des Tokens etabliert, wobei der Token eher ein Universalbegriff für zahlreiche Anwendungsfälle auf der Blockchain ist. Da die Blockchain die “tokenized securities” digital abbildet, sprechen wir von digitalen Wertpapieren und digitalem Venture Capital. Die Tokenisierung von Assets meint also allgemein deren digitale Abbildung auf der Blockchain, bei der die einzelnen Anteile am Asset in Form von Token dargestellt werden.“

Welche Rolle spielt die Blockchain dabei? 

„Die Blockchain ist die Technologie, welche es ermöglicht die Unternehmensanteile digital in Form von Token abzubilden. Das dezentrale Netzwerk, das dahinter steht, bringt zudem einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Verträgen, wie langfristig beispielsweise die automatisierte Einhaltung von Zahlungen aus dem Exiterlös.“

Was sind die Vorteile für Startups und Investoren, wenn sie von nun an statt klassisch, in digitale Wertpapiere investieren?

„Einen Vorteil habe ich bereits angedeutet: Über digitale Wertpapiere werden Investoren ökonomisch durch eine Dividende oder einen Exiterlös am Unternehmen beteiligt, sie erhalten jedoch keine Stimmrechte bei Gesellschafterbeschlüssen. Dadurch können insgesamt mehr Investoren am Unternehmen beteiligt werden, denn Gesellschafter fordern einen sauberen Cap-Table. Somit ist auch die Herausforderung von Konflikten bei der Entscheidungsfindung im Unternehmensbeirat minimiert, was für das Startup sehr wichtig ist. Die digitalen Wertpapiere ermöglichen dadurch auch Investoren mit verhältnismäßig geringeren Investmentsummen eine Beteiligung am Unternehmen, wodurch auch die Möglichkeit besteht, dass Startups insgesamt mehr Kapital aufnehmen können. Ein Investment über digitale Wertpapiere ist zudem im Vergleich zu herkömmlichen Venture-Capital-Investments sehr kostengünstig und flexibel. Die Startups müssen ihre Kapitalaufnahme nicht mehr in Finanzierungsrunden bündeln, sondern können ab sofort immer dann Kapital aufnehmen, wenn sie es wirklich benötigen. Darüber hinaus muss kein teurer Notar mit dem Handelsregistereintrag betraut werden. Auch für Investoren sind die digitalen Wertpapiere flexibler, denn sie können ihre Anteile an andere Investoren jederzeit verkaufen und somit ihr Kapital liquidieren. Mit herkömmlichem Venture Capital sind sie hingegen zeitlich stark gebunden.“

Für wen eignet sich eine Investition in Digitale Wertpapiere? Und anders herum: Für welche Startups ist die Aufnahme von Digital Venture Capital interessant?

„Das kann man nicht pauschalisieren, denn es kommt auf die Ausgestaltung der Verträge an, die hinter den digitalen Wertpapieren stehen. Wir haben gemeinsam mit einer international renommierten Anwaltskanzlei ein standardisiertes Framework entwickelt. Unsere digitalen Wertpapiere eignen sich insbesondere für Startups, die sich über Risikokapital finanzieren möchten, bereits einen Leadinvestor im Cap-Table haben und auf einen Exit fokussiert sind.“

Wie steht Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern bei Digital Venture Capital dar?

„Deutschland ist für digitales Risikokapital ein sehr gut geeigneter Standort. Die Blockchain-Technologie erfährt hier einen starken Rückhalt beispielsweise durch den Blockchain-Bundesverband Bundesblock. Auch die akademische Forschung befasst sich eindringlich mit Anwendungsfällen der Blockchain. Die Frankfurt School engagiert sich hier zum Beispiel stark. Ich denke, für Deutschland ist es essentiell hinsichtlich Regulierungsfragen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dann kann Deutschland ein richtiger Vorreiter werden.“

Ein Blick in die Zukunft: Werden Token irgendwann Aktien komplett ersetzen? Und wenn ja, wann? 

„Die Aktie als solche wird durch die digitalen Wertpapiere nicht ersetzt, denn die Unternehmensform der Aktiengesellschaft wird es auch in Zukunft weiter geben. Allerdings attestieren Kapitalmarktexperten der Blockchain eine hohe Eignung für den Kapitalmarkt. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass auch Aktien irgendwann digitalisiert auf der Blockchain abgebildet werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die Blockchain-Technologie lassen sich insbesondere solche Mittler einsparen, die einen hohen Kostenaufwand verursachen.“
 

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