Gesundheit neu verstehen – Interview mit Taramax

12. Januar 2018, 09:44 :: Accelerator | Allgemein | Rheinland-Pitch

Autor: Olga Rube

Taramax erklärt Krankheitsbilder kurz und verständlich und vernetzt Patienten mit den passenden Therapeuten. Wer an ein klassisches Medizinportal denkt, wird schnell eines Besseren belehrt. Gewinner des Rheinland-Pitch #39 verschreibt sich mit seiner ganzheitlichen Gesundheitsplattform mehr als nur der reinen Aufklärung von Patienten. Uwe Hentschel, Geschäftsführer von Taramax, verrät uns, was wirklich hinter dem Konzept steckt und wie die Plattform es geschafft hat, im medizinischen Dschungel des World Wide Web herauszustechen.

„Hallo Uwe, erzähl uns mehr über das Konzept von Taramax und wie die Idee entstanden ist!“

„Wir fokussieren uns bei Taramax einerseits auf für unsere Nutzer leicht zugängliche und qualitativ hochwertige Erklärungen zu Krankheitsbildern. Auf Patientenseite besteht beim Thema Ganzheitliche Medizin extrem viel Interesse, jedoch ist wenig fachlich fundiertes Wissen im Umlauf. Der Informationsüberfluss im Web führt dazu, dass der Nutzer oft nicht sofort findet, wonach er sucht. Auf der anderen Seite stehen Therapeuten, die fachlich sehr kompetent sind, allerdings nicht wissen wie sie an ihre Patienten rankommen. Mein Vater als Ideengeber und Heilpraktiker und meine Mutter als niedergelassene Ärztin sahen sich immer wieder mit entsprechenden Anfragen konfrontiert: Wer beschäftigt sich mit meinem Krankheitsbild? Die Suche nach einem geeigneten Therapeuten ist häufig ein mühsames und zeitaufwändiges Unterfangen. Das war quasi der Startschuss von Taramax. Wir haben uns gefragt, wie Patienten und Therapeuten am schnellsten und einfachsten zueinander finden können und waren uns schlussendlich sicher, dass an dieser Stelle eine hohe Nachfrage besteht. Mithilfe von fachlichem Input, Experten im Design und rechtlicher Beratung haben wir recht schnell unser Team aufgestellt. Mittlerweile verfügen wir mit etwa 900 qualifizierten und kompetenten Therapeuten über eine riesige Community, die wir weitgehend über Netzwerke aufgebaut haben. Wir können mit unserem Portal unseren Nutzern im Vorfeld zentrale Fragen beantworten: Welche Beschwerden habe ich? Welche Therapeuten kommen für mich in Frage? und auf diese Weise den Perfect Match zwischen Patienten und Therapeuten schaffen.“
 

Wissenschaftlicher Direktor Jörg Hentschel, Designerin Bettina Frieg, Marketing-Experte Jörn Klocke und Geschäftsführer Uwe Hentschel gewinnen den Rheinland-Pitch #39 in Düsseldorf (v.l.n.r.)
 

Gibt es bereits Gesundheitsportale auf dem Markt, die einen ähnlichen Service anbieten? Wie hebt ihr euch von der Konkurrenz ab?

„An Gesundheitsportalen fehlt es nicht – der Großteil dieser Plattformen sind jedoch ganz klassisch schulmedizinisch aufgestellt und behandeln das alternative und ganzheitliche Thema lediglich als Randbereich. Die meisten erklären oder vernetzen – das Zusammenspiel beider Sparten gibt es in dieser Form noch nicht. Wir sind die Einzigen, die das ganzheitliche Spektrum spezialisiert adressieren und darüber hinaus auch diese Art der Suchfunktion anbieten. Man findet bei uns seinen Therapeuten nicht nur über Namen und Ort, sondern auch über die Spezialisierung. Das muss nicht zwingend ein Heilpraktiker sein, es kann durchaus auch ein Schulmediziner sein, beispielsweise ein Augenarzt, der über den Tellerrand hinausschaut und sich der ganzheitlichen Medizin angenommen hat. Nach dem ganzheitlichen Gedanken bedarf es bei manchen Krankheiten mehr als nur einen Arzt, sodass eine Rundumgeschichte gewährleistet werden muss. Der Vorteil für uns: Wir erweitern so unsere Zielgruppe harmonisch und organisch.“
 

Uwe Hentschel, Bettina Frieg und Jörg Hentschel (v.l.n.r.)
 

„Werden eure Beiträge auf Qualitätsstandards geprüft?“

„Die Gewährleistung qualitativer Beiträge ist eines unserer höchsten Prioritäten bei Taramax. Damit kein gefährliches Halbwissen in den Umlauf kommt, werden unsere Beiträge vor Veröffentlichung geprüft. Für diesen Zweck haben wir einen wissenschaftlichen Beirat ins Leben gerufen, der sowohl aus Medizinern als auch aus Unidozenten und Professoren besteht. Dort wird beispielsweise geklärt, welche Studien es zu bestimmten Krankheitsbildern gibt und im Nachgang beschlossen, welche Therapiemethoden aufgenommen werden etc.“

„Wie werden Umsätze bei Taramax generiert?“

„Unser primärer Umsatzzweig sind unsere Therapeutenprofile. Therapeuten können zwischen zwei verschiedenen Profilmodellen mit einer monatlichen Gebühr zwischen 18,90€ und 28,90 € wählen. Je länger man sich verpflichtet, desto günstiger die Konditionen. An dieser Stelle achten wir aber darauf, auch kurze Laufzeiten anzubieten, um unseren Nutzern ein breites Spektrum an Optionen anzubieten.“

„Ihr habt den Rheinland-Pitch #39 in Düsseldorf gewonnen. Was hat sich seither getan?“

„Gemeinsam mit Fundernation haben wir erfolgreich eine Crowdfunding-Kampagne abgeschlossen. Die Crowdfundingmittel haben wir genutzt, um eine Typo3-Aktualisierung auf unserer Website vorzunehmen. Zudem haben wir unsere Software aktualisiert und Erweiterungen dahingehend vorgenommen, dass wir Einstiegshürden für Therapeuten reduziert haben. Damit möchten wir ihnen die Möglichkeit geben, zunächst mittels eines Kennenlernpakets – in abgespeckter Version – kostenfrei einzusteigen und später ggfs. ein Upgrade vorzunehmen. So müssen sie nicht sofort ins Risiko gehen und können testen, ob der Service für sie interessant ist. Mit diesem Feature konnten wir in den letzten Wochen die Zahl der Therapeuten, die unser Portal nutzen, um 15 % steigern und unsere ersten Netzwerkpartner gewinnen.“

„Wie konnte der STARTPLATZ euch bei der Verwirklichung eurer Ziele unterstützen?“

„Neben den Workshops und Expertensprechstunden, die der STARTPLARTZ anbietet, sehen wir den Austausch mit Gleichgesinnten mit als einen der wertvollsten Aspekte in der Anfangszeit der Gründung. Nicht zuletzt die regelmäßig durchgeführten Statusmeetings, bei denen uns Experten über die Schulter geschaut haben, sorgten dafür, sich selbst zu hinterfragen und Entscheidungen zu überdenken. Häufig sieht man bestimmte Dinge vor lauter Fokus nicht mehr und schätzt das Feedback der Außenwelt umso mehr.“

Wir bedanken uns bei Uwe Hentschel für den anregenden und interessanten Austausch!

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