Startup-Gründung – diese acht Kostenpositionen sollten Gründer berücksichtigen

Startup-Gründung – diese acht Kostenpositionen sollten Gründer berücksichtigen

15. Juni 2021, 11:54 :: Allgemein

Autor: Gastautor

Vor der Gründung eines Startups wird zumeist ein Business-Plan erstellt, um die Investitionshöhe samt Umsatz- und Gewinnerwartung zu kalkulieren. Gewisse Kostenpositionen sind dabei selbstverständlich und werden in jedem Gründerratgeber genannt. Dazu gehören beispielsweise die administrativen Kosten für die Gewerbeanmeldung, Notargebühren bei der Ausgestaltung der Unternehmens-Rechtsform oder die Höhe des Stammkapitals. Viele kleinere Anschaffungskosten oder auch regelmäßig wiederkehrende Investitionen fallen dabei leicht unter den Tisch. Wir wollen uns mit acht Kostenpositionen beschäftigen, die nicht vergessen werden sollten.


 

startup-gründen-kosten

 

1. Die Erstausstattung für das Business

 
Eine Statistik für das Jahr 2019 besagt, dass die durchschnittlichen Gründungskosten zwischen 21.000 € und 98.000 € liegen. Hierbei werden mehrheitlich Branchen mit vergleichsweise hohem High-Tech-Aufwand berücksichtigt. Kleinunternehmer und Solo-Selbstständige können ihr Business in der Regel deutlich günstiger starten.
Dennoch gibt es neben Großanschaffungen wie Firmenwagen, Computer- oder Produktionsanlagen auch viele kleine Erstanschaffungen zu berücksichtigen, die für Kleinunternehmen und Selbständige ebenfalls ins Gewicht fallen. Dazu gehört die komplette Büroausstattung in Form von Möbeln, Beleuchtung, Büromaterial, W-LAN oder Briefumschläge. Wenn eigens Büroräume angemietet werden, sind auch mögliche Umbau- oder Renovierungskosten zu berücksichtigen. Die Betriebsnebenkosten für Strom, Wasser oder Müllentsorgung kommen dazu.

Dass Co-Working in diesem Investitionssegment zu erheblichen Kosteneinsparungen führt, liegt auf der Hand. Die Mietkosten sind überschaubar und enthalten alle Betriebskosten. Auch Möbelanschaffungen oder Renovierungsaufwand fallen weg. Das senkt die Höhe der Startkosten erheblich.
 

2. Kosten für Marketing-Strategien

 
Marketing-Maßnahmen machen das eigene Unternehmen bekannt. Noch vor 20 Jahren war das eine kostenintensive Angelegenheit. Fast alle Marketingkampagnen bauten auf physischen Werbeträgern auf, deren Herstellung viel Geld verschlang. Die meisten dieser Werbeträger wie Flyer, Broschüren und Werbegeschenke kommen auch heutzutage noch zum Einsatz. Das gilt ebenso für Videos, Radiospots oder Firmenschilder am Hauseingang. Allerdings sind dank digitaler Techniken die Herstellungskosten erheblich gesunken. Außerdem gibt es mit Social Media, Blogs, E-Mail-Marketing und Business-Netzwerken viele kostengünstige bis kostenlose Alternativen, um das eigene Marketing voranzutreiben.

Wenn die Zielgruppe internetaffin ist, kann mittlerweile auf traditionelle Werbeträger größtenteils verzichtet werden. Sollen Online-Kampagnen von professionellen Freiberuflern oder Agenturen umgesetzt werden, sind aber auch hier gewisse Kosten zu kalkulieren. Am einfachsten lassen sie sich mithilfe von Stundensätzen berechnen. Engagiert man einen günstigen Freiberufler für 75 € Stundenhonorar und setzt 10 Stunden im Monat an, wären das 750 € pro Monat. Bei einer Agentur liegen die Stundensätze höher und können auch 140 € pro Stunde betragen.

Für kleine Startups mit geringem Startkapital ist das schwer zu stemmen. Kostenlose oder kostengünstige Alternativen für die Startphase sind deshalb der Kontaktausbau auf Business-Netzwerken wie XING und LinkedIn oder Kampagnen bei Facebook, Pinterest oder jedem anderen Social Media Kanal, der zum eigenen Business passt.

Vor allem für kleinere Unternehmen gilt als Leitlinie, dass sich mithilfe einer ausgefeilten Social-Media-Strategie die Marketingkosten auf ca. 10 % des angesetzten Jahresbudgets begrenzen lassen.
 

3. Die eigene Website als Must-Have

 
Ein Unternehmen ohne eigene Website ist kaum noch denkbar. Aber auch hier wollen die Kosten vorab kalkuliert werden. Generell sollte die Firmen-Website optisch professionell wirken und eine gute User-Experience bieten. Das gelingt beispielsweise mit einer übersichtlichen Seitenstruktur und eine leicht verständliche Darstellung der eigenen Dienstleistung oder Produkte. Öffnungszeiten und Kontaktdaten sollten ebenfalls schnell auffindbar sein.

Die jährlichen Kosten für ein Webhosting schwanken je nach Ansprüchen und Anbieter zwischen durchschnittlich 30 € bis 120 € pro Jahr. Dazu kann noch eine Gebühr für die Domain kommen.

Für den Business-Start sind außerdem die Investitionen für die Website-Erstellung relevant. Hier hängt vieles von der Branche ab. Wer in den Online-Handel einsteigen und einen gut sortierten Online-Shop präsentieren möchte, benötigt meistens professionelle Unterstützung durch eine Webagentur. Der Aufbau von Shop-Kategorien, die Integration einer Bezahlfunktion mit hohen Sicherheitsstandards sowie die Texterstellung sind nicht für jeden Gründer machbar. Diese Kosten müssen bedacht werden.

Wer jedoch nur eine einfache Website als Aushängeschild für das eigene Unternehmen benötigt, kann kostengünstige Alternativen wählen. Ein unkompliziertes Content-Management-System ist ideal, um die eigene Website kostenlos selbst zu erstellen.
Alternativ gibt es Website-Hoster wie Jimdo oder Wix, die mittlerweile optisch attraktive Homepage-Baukästen oder vorgefertigte Design-Layouts bieten. Sie sind vor allem für Solo-Dienstleister oft völlig ausreichend. Hier fallen monatliche Gebühren an, die in der Regel die Hosting-Kosten gleich mit enthalten. Die Preise liegen durchschnittlich zwischen 5 € und 30 € im Monat.
 

4. Branding

 
Damit sich das eigene Unternehmen erfolgreich am Markt behaupten kann, benötigt es ein eigenes Branding. Es geht um die Erschaffung einer unverwechselbaren Marke, die sich auch in der Selbstpräsentation durch optische Wiedererkennungs-Merkmale von der Konkurrenz unterscheidet.

Ziel des Corporate Brandings ist eine einheitliche Markenpräsentation in allen Medien – von Visitenkarte über Website, Logo bis Briefkopf. Eine dafür passende und stringente Übereinstimmung von Farbgebung, Design und Schriftbild wird in der Regel von Werbeagenturen oder Grafik-Designern entwickelt. Auch diese Kosten müssen als Gründungskosten kalkuliert werden.

Gründer mit kleinem Budget können sich externe Dienstleister nicht immer leisten. Wer die eigene Website selbst erstellt und sich für ein bestimmtes Schriftbild samt Farbschema entscheidet, kann sich für die Logo-Erstellung an günstige Freelancer-Portale. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein kostenloses Tool die Erstellung eines Firmenlogos einzusetzen. Zu beachten ist in jedem Fall: Das Logodesign darf keine Schutzrechte schon bestehender Markenlogos verletzen.
 

5. Wareninventar

 
Wer mit seinem Business in den Handel einsteigen möchte, steht vor einer schwierigen Kostenkalkulation. Es muss vor Geschäftsstart ein Warenbestand angeschafft werden, der zusätzlich eine Lagerfläche benötigt. Hier gilt es schon vorab gut einzuschätzen, wie viele Waren man auf Lager haben sollte, um die Kunden zügig zu beliefern. Umgekehrt dürfen nicht zu viele Produkte auf Vorrat angeschafft werden. Denn all das erhöht den Kostenaufwand.

Um sich an diesem Punkt nicht zu verkalkulieren, sollte man für die gesamte Warenbeschaffung plus Lagerkosten nicht mehr als 17 % bis 25 % des Jahresbudgets einplanen.
 

6. Gehälter gehören auch zu den Gründungskosten

 
Das persönliche Jahresgehalt des Gründers sollte von vornherein bei der Kostenkalkulation einberechnet werden. Je nach Größe des Startups kommen Gehälter für Mitarbeiter dazu. Ob das Minijobber, Freelancer oder Festangestellte sind, entscheidet maßgeblich über die Kostenhöhe. Dabei ist zu bedenken, dass diese Ausgaben auch dann anfallen, wenn zu Beginn noch wenig Umsatz generiert wird. Für die Berechnung sind neben den Nettolohnkosten auch alle Gehaltsnebenkosten relevant. Das sind:

  • Nettolohn
  • Sozialversicherungskosten
  • Boni/ Provisionen
  • Überstundenvergütung
  • Zuschläge für Wochenendarbeiten
  • Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall

 

7. Die Steuern nicht vergessen

 
Je nach Rechtsform, Umsatz und Gewinn fallen sehr unterschiedliche Steuern an. Neben der persönlichen Lohnsteuer werden zum Beispiel auch Gewerbesteuer, Umsatzsteuer oder sogar Körperschaftssteuer fällig.
Software-Programme, Buchhalter oder Steuerberater helfen dabei im Tagesgeschäft. Die Kosten für diese Hilfsmittel oder Dienstleister sollten ebenfalls bei den Gründungskosten berücksichtigt werden.
 

8. An Versicherungen für das Unternehmen denken

 
Bei den Unternehmensversicherungen geht es einerseits darum, die Firmeninhaber oder Angestellten persönlich zu schützen. Manche Startups basieren auf einer Rechtsform, bei der die Gründer mit ihrem Privatvermögen haften. Das gilt beispielsweise für Freelancer oder die GbR. Hier ist eine Berufshaftpflichtversicherung sehr nützlich. Angestellte wiederum müssen durch eine Unfallversicherung abgesichert werden.
Andererseits gibt es Versicherungsformen, die das Unternehmen schützen. Dazu gehören je nach Branche die Transportversicherung, Produkthaftpflichtversicherung, Firmenrechtsschutzversicherung oder die KFZ-Versicherung für das Firmenauto.
Alle diese Kosten sollten bei der Unternehmensgründung ebenfalls finanziell eingeplant werden.
 



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